BiogasLeitfaden

C/N-Verhältnis in der Substratmischung: warum 20–30 und wie es bilanziert wird

Ein zu niedriges C/N führt zur Ammoniakhemmung, ein zu hohes zu Stickstoffmangel. Wir zeigen den Bereich, ein Bilanzbeispiel für die Mischung und typische Werte für Substrate.

Veröffentlicht 4 Min. LesezeitRedaktion FeedstockData

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Elastyczny zbiornik workowy na gnojowicę z ciemnej membrany leżący na terenie gospodarstwa.
Foto Peter Van den Bossche / Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 2.0, Quelldatei; Änderungen: Zuschnitt

Bei der Methangärung ist ein Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff (C/N) in der Mischung von etwa 20–30 am günstigsten: Unterhalb dieser Grenze verwandelt sich überschüssiger Stickstoff in Ammoniak und hemmt die Methanogenese, oberhalb davon haben die Bakterien nicht genug Stickstoff für den Aufbau von Biomasse, und der Prozess verlangsamt sich. C/N ist ein Werkzeug zur Planung der Mischung und keine starre Vorgabe; in der Praxis laufen auch Anlagen außerhalb dieses Bereichs stabil, wenn Puffer und Adaptation gut sind.

Typische Werte für Substrate

Die Werte hängen von Art, Fütterung, Erntetermin und Lagerungsweise ab — die folgenden Zahlen sind orientierend und ersetzen keine Analyse.

Substrat C/N (orientierend) Anmerkungen
Maissilage ca. 35–45 viel Kohlenstoff, wenig Stickstoff
Grassilage ca. 15–25 abhängig vom Erntetermin
Stroh ca. 60–100 und mehr hoher, schwer verfügbarer Kohlenstoff
Rindergülle ca. 10–20 mäßig niedrig
Schweinegülle ca. 5–10 niedrig
Mist/Geflügelkot ca. 5–10 sehr niedrig, hoher Ammoniak
Küchenabfälle ca. 10–20 variabel, abhängig von der Zusammensetzung

Bilanzbeispiel

Annahmen: Mischung pro Tag — 20 t Maissilage, 30 t Rindergülle, 3 t Hühnermist. Zur Vereinfachung nehmen wir an, dass C/N auf Grundlage der Trockensubstanz berechnet wird; nachfolgend Beispieldaten:

Substrat t/d TS C in TS N in TS C [kg/d] N [kg/d]
Silage 20 0,33 0,45 0,012 2.970 79
Gülle 30 0,08 0,40 0,035 960 84
Hühnermist 3 0,50 0,38 0,05 570 75
Gesamt 4.500 238

C/N ≈ 4.500 / 238 ≈ 19. Das Ergebnis liegt etwas unterhalb der unteren Grenze des Bereichs 20–30; die Zugabe weiterer 5 t Silage würde das C/N auf ca. 20 anheben, während eine Erhöhung des Hühnermistanteils es noch weiter senken würde. Es lohnt sich, auch das freie Ammoniak zu prüfen, denn das eigentliche Problem entsteht durch Ammoniumstickstoff und pH-Wert und nicht durch das Verhältnis allein.

Warnhinweise

  • Das aus dem Gesamtkohlenstoff berechnete C/N berücksichtigt nicht, dass ein Teil des Kohlenstoffs (Lignin) nicht verfügbar ist. Für lignocellulosehaltige Substrate ist der „effektive“ Wert niedriger.
  • Organischer Stickstoff wird schrittweise freigesetzt; nach einer Änderung der Mischung steigt die Ammoniumkonzentration verzögert.
  • Rezirkulierter Gärrest führt Stickstoff in das System zurück und erhöht die Ammoniumkonzentration.

Korrekturstrategien

  1. Zu niedriges C/N: Fügen Sie ein kohlenstoffreiches Substrat hinzu (Silage, Stroh, Gräser), begrenzen Sie den Anteil von Geflügel- und Schweinekot, erhöhen Sie die Verdünnung mit Wasser oder Rindergülle, erwägen Sie die Ammoniakstrippung (beschrieben in einem separaten Beitrag).
  2. Zu hohes C/N: Erhöhen Sie den Anteil von Gülle oder anderen stickstoffreichen Substraten, prüfen Sie die Spurenelemente; Mais allein ohne Gülle verliert oft die Stabilität.
  3. Immer: Ändern Sie die Mischung schrittweise und überprüfen Sie TAN, pH-Wert und FOS/TAC.

Die Planung des C/N sollte um weitere Indikatoren ergänzt werden: das Verhältnis C:N:P:S, den Fett- und Proteingehalt, den Anteil leicht abbaubarer oTS. Bei der Planung einer neuen Anlage ist ein Test im Labormaßstab (BMP oder kontinuierlich) für die geplante Mischung gute Praxis.

Jenseits von C/N: weitere Komponenten

Neben C/N sind Phosphor und Schwefel von Bedeutung. In der Literatur finden sich Verhältnisse C:N:P:S in der Größenordnung von 600:15:5:3 als Anhaltspunkt für anaerobe Prozesse — das ist eine Orientierung, kein Rezept. Schwefel wird von den Enzymen der Methanogenen benötigt, sein Überschuss geht jedoch in Schwefelwasserstoff über. Ein Mangel an Spurenelementen (Co, Ni, Se, Mo) kann den Prozess selbst bei idealem C/N begrenzen, insbesondere bei einem Monosubstrat aus Mais.

So geht es in der Praxis

  1. Stellen Sie die Analysen von TS, oTS, Gesamtstickstoff und organischem Kohlenstoff für alle Substrate zusammen.
  2. Erstellen Sie eine Bilanztabelle: Massen × Inhaltsstoffe → C/N der Mischung.
  3. Prüfen Sie Szenarien: Winter/Sommer, Ausfall der Lieferung eines Substrats.
  4. Legen Sie Notfallregeln fest: womit ein fehlendes Substrat zu ersetzen ist, damit das C/N im sicheren Bereich bleibt.

Zusammenfassung für die Mischungsplanung

Betrachten Sie C/N als Vorfilter: Es schließt extrem unausgewogene Mischungen aus. Überprüfen Sie die Mischung anschließend durch eine Bilanz des Ammoniumstickstoffs, die Pufferkapazität (TAC), den Gehalt an Spurenelementen sowie einen BMP-Test oder kontinuierlichen Test für die vorgesehene Rezeptur. Erst die Gesamtheit dieser Informationen rechtfertigt die Entscheidung für einen langfristigen Substratvertrag.

Es ist sinnvoll, das C/N-Ergebnis gemeinsam mit Datum und Rezeptur festzuhalten, denn nach einigen Monaten entsteht eine eigene Historie: welche Kombination stabiles Gas lieferte und bei welcher Probleme mit Ammoniak oder Nährstoffmangel auftraten. Dies erlaubt es zudem, Fehler in den Substratanalysen schneller zu erkennen.

Quellen

  1. Weiland P. (2010), Biogas production: current state and perspectives
  2. Rajagopal R., Massé D.I., Singh G. (2013), A critical review on inhibition of anaerobic digestion process by excess ammonia