Markt und InvestitionenEreignis

Gemeinsame Biomethan-Erklärung: Europäische Branchen fordern eine rasche Marktentwicklung

Am 24. März 2026 veröffentlichten europäische Branchenverbände eine Gemeinsame Biomethan-Erklärung mit zehn vorrangigen Maßnahmen. Das REPowerEU-Ziel beträgt 35 Mrd. m³ Biomethan bis 2030, die Produktion liegt bei ca. 22 Mrd. m³ Biogasen.

Veröffentlicht 2 Min. LesezeitRedaktion FeedstockData

Weitere Sprachversionen: Polski, English.

Hala targowa branży energii odnawialnej: stoiska z agregatem kogeneracyjnym i modułami membranowymi, zwiedzający.
Illustration: FeedstockData (KI, Google Gemini)

Europäische Branchenorganisationen veröffentlichten am 24. März 2026 in Brüssel eine Gemeinsame Biomethan-Erklärung. Das Dokument enthält zehn vorrangige Maßnahmen, die die Marktentwicklung beschleunigen sollen. Die Quellen nennen die Unterzeichner nicht, sondern sprechen lediglich von führenden europäischen Verbänden.

Wichtigste Forderungen

In der Darstellung werden vier der zehn Punkte genannt:

  • Anerkennung des Beitrags von Biomethan zu den EU-Klimazielen, einschließlich des REPowerEU-Ziels,
  • Abbau administrativer Hürden bei Zertifizierung und Handel,
  • Harmonisierung der nationalen Fördersysteme,
  • Verbesserung des Zugangs zur Infrastruktur durch schnellere Genehmigungen und integrierte Netzplanung.

Die Autoren führen Zahlen an: Europa erzeugt etwa 22 Mrd. m³ Biogas und Biomethan pro Jahr, das REPowerEU-Ziel beträgt 35 Mrd. m³ bis 2030, die EU importiert etwa 90% ihres Gases, jährlich entstehen ca. 25 Mio. Tonnen Gärrest, und der Sektor scheidet 1,17 Mio. Tonnen biogenes CO₂ ab, was ca. 14% der Marktnachfrage nach flüssigem und festem CO₂ in Europa entspricht.

Das Wettbewerbsargument

Die Erklärung argumentiert, dass Biomethan energieintensiven Sektoren rasche Entlastung bringen kann: Chemie, Metallurgie, Papierindustrie, Schifffahrt und Düngemittelproduktion, wo hohe Energiepreise und Emissionskosten die Wettbewerbsfähigkeit senken. Die Unterzeichner verweisen auf die Krise im Nahen Osten, die die vom Erdgas abhängige Ammoniakproduktion stört. Ein ähnliches Argument verwendete die Branche 2022 nach der russischen Invasion der Ukraine: Lokal erzeugtes Gas begrenzt die Abhängigkeit von Importen.

Warum das wichtig ist

Biomethan wird in der EU langsamer ausgebaut, als es die strategischen Dokumente annahmen: Das REPowerEU-Ziel von 35 Mrd. m³ bis 2030 scheint beim derzeitigen Tempo schwer erreichbar (die Biomethanproduktion betrug 2024 etwa 5 Mrd. m³). Die Erklärung ist ein Versuch, die Entscheidungsträger davon zu überzeugen, dass die Hindernisse regulatorischer und administrativer Natur sind, nicht rohstoffbedingt.

Bedeutung für die Branche in Polen

Die Forderungen nach Harmonisierung der Fördersysteme und Vereinfachung der Zertifizierung betreffen auch den polnischen Markt, der erst Auktionen und ein System der Herkunftsnachweise einführt. Die chemische und die Düngemittelindustrie in Polen (große gasabhängige Werke) sind ein natürlicher Abnehmer von Biomethan und CO₂. Das Thema Gärrest als Ersatz für Mineraldünger ist für Landwirte und für die Ernährungssicherheit von Bedeutung.

Worauf zu achten ist

Die Erklärung ist ein Forderungsdokument, kein Rechtsakt. Ihre Wirksamkeit hängt davon ab, ob die Kommission und die Staaten ihre Punkte in die Arbeiten zur Überprüfung der Energierahmen einbeziehen, einschließlich der Rechtsvorschriften zur Zertifizierung und der Union Database.

Zusätzlicher Kontext

Zu ergänzen ist, dass die in der Erklärung genannten Zahlen (z. B. 22 Mrd. m³ Biogasproduktion) aus Branchenberichten stammen und Biogas und Biomethan zusammen umfassen, während sich das REPowerEU-Ziel nur auf Biomethan bezieht. Beim Vergleich dieser Werte muss man den Unterschied der Definitionen berücksichtigen.

Quellen

  1. European industry associations urge EU leaders to accelerate biomethane rollout — Bioenergy News
  2. Europejskie Stowarzyszenie Biogazu (EBA)