Technik und BetriebEreignis
Projekt Ambassador: 20 Kilometer Gasleitung für Biomethananlage in Polen und flüssiges CO₂ für die Lebensmittelindustrie
BZK Energy beauftragte Tesgas mit dem Bau einer 20 km langen Mitteldruck-Gasleitung zur Biomethananlage Ambassador; sie soll die Anlage bis Ende November 2027 mit dem Fernleitungsnetz von GAZ-SYSTEM verbinden. Geplante Produktion: mehr als 5 Mio. m³ Biomethan und ca. 4 Mio. m³ CO₂ pro Jahr (Gasvolumen).

Die Gesellschaft BZK Energy, Investor der Biomethananlage Ambassador, unterzeichnete mit der Firma Tesgas einen Vertrag über den Bau einer Gasleitung, die die Anlage mit dem nationalen Fernleitungsnetz von GAZ-SYSTEM verbinden soll. Die Information wurde am 13. August 2026 veröffentlicht. Die Mitteldruck-Gasleitung mit einer Länge von 20 km ist – laut Mitteilung – die längste in Polen, die ausschließlich für den Bedarf einer Biomethananlage gebaut wird. Den Standort der Anlage nennt die Quelle nicht.
Projektparameter
Tesgas erstellt die vollständige Projektdokumentation und baut die Gasleitung samt Anschlussinfrastruktur an das Fernleitungsnetz von GAZ-SYSTEM. Der Fertigstellungstermin ist Ende November 2027. Den Bau der Biomethananlage führen Atlas Ward und Biowatt aus. Die Anlage soll jährlich mehr als 5 Mio. m³ Biomethan sowie etwa 4 Mio. m³ CO₂ erzeugen (Gasvolumen; nach der Verflüssigung in der Größenordnung von 8000 t), die für die Lebensmittelindustrie bestimmt sind; der Gärrest kann als organischer Dünger verwendet werden. Das Projekt erklärt eine Emissionsminderung von 277% gegenüber Erdgas (negativer CO₂-Fußabdruck) und die Vermeidung von mehr als 256.000 Tonnen CO₂e in den ersten fünf Jahren. Die Ausschreibung für den Auftragnehmer wurde nach den Kriterien Preis (42%), Prozesseffizienz (35%) und Erfahrung des Schlüsselpersonals (15%) bewertet; die übrigen 8% der Gewichtung nennt die Quelle nicht.
Die Finanzierung umfasst Unterstützung aus dem Programm Europäische Fonds für eine moderne Wirtschaft (FENG) in der Komponente STEP sowie fast 8 Mio. Euro aus dem EU-Innovationsfonds. Die Quelle nennt keine Rechtsgrundlage für die Realisierung der Gasleitung.
Warum das wichtig ist
Der beschriebene Anschluss ist laut dem Beitrag die erste Verbindung einer Biomethananlage mit dem Fernleitungsnetz von GAZ-SYSTEM in Polen. Bisher erfolgte die Einspeisung ins Verteilnetz der Polska Spółka Gazownictwa. Eine längere, dedizierte Gasleitung erlaubt es, Punkte mit ausreichender Aufnahmefähigkeit zu erreichen: Das Fernleitungsnetz hat hohe Drücke und einen großen Durchfluss, was das Problem des sommerlichen Gasüberschusses in den Verteilnetzen verringert. Das ist eine kostspielige Lösung, daher sinnvoll für große und gut gelegene Anlagen.
Zwei Produkte
Die Verbindung von Biomethan mit flüssigem CO₂ ist ein Beispiel für eine „Zweiprodukt“-Biomethananlage: Das bei der Aufbereitung abgetrennte CO₂ geht nicht verloren, sondern wird verflüssigt und verkauft. Das verbessert die Wirtschaftlichkeit des Projekts und senkt seinen Emissionsfußabdruck, wenn der Abnehmer die Lebensmittelindustrie oder künftig Speicheranlagen sind. Die EBA schätzte 2025, dass biogenes CO₂ aus Biomethananlagen mehr als ein Viertel des EU-Abscheideziels bis 2040 decken könnte.
Bedeutung für die Branche in Polen
Für Investoren zeigt das Projekt eine Alternative zum langen Warten auf den Anschluss an das Verteilnetz. Für den Fernleitungsnetzbetreiber ist es ein neuer Nutzertyp – der Gaserzeuger. Für die Vorschriften wird wichtig sein, wie Direktleitungen und Erzeugeranschlüsse nach Inkrafttreten der Novelle des Gesetzes über erneuerbare Energiequellen (ustawa o OZE) definiert werden.
Worauf zu achten ist
Die erklärte Minderung von 277% und der negative Fußabdruck ergeben sich aus der Methodik der Anrechnung von Gärrest und CO₂-Abscheidung – das sind vom Projekt erklärte Werte, die einer Zertifizierungsprüfung bedürfen. Außerdem sollte geprüft werden, wie sich die Finanzierung aus dem Innovationsfonds mit anderen Beihilfeformen verbindet.





