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Baltic Pipe in Betrieb. Polen und Dänemark durch eine Gasleitung verbunden – und durch ein System mit hohem Biomethananteil

Am 27. September 2022 wurde Baltic Pipe offiziell eröffnet, eine Gasleitung mit einer Kapazität von 10 Mrd. m³ pro Jahr von Dänemark nach Polen. Für die Biomethanbranche ist es zugleich die Verbindung mit einem System, in dem erneuerbares Gas einen großen Teil des Mixes ausmacht.

Veröffentlicht Aktualisiert 2 Min. LesezeitRedaktion FeedstockData

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Żółte rury z niebieskimi zasuwami kulowymi na stacji gazowej pokrytej śniegiem.
Foto Пресс-служба губернатора Тульской области. / Wikimedia Commons, Lizenz CC BY 4.0, Quelldatei; Änderungen: Zuschnitt

Baltic Pipe, die Gasleitung, die Dänemark mit Polen verbindet, wurde am 27. September 2022 offiziell eröffnet. Sie ermöglicht den Transport von bis zu 10 Mrd. m³ Gas pro Jahr nach Polen und von bis zu 3 Mrd. m³ nach Dänemark. Der kommerzielle Transport soll am 1. Oktober 2022 beginnen. Für Polen ist sie ein Schlüsselelement der Diversifizierung der Versorgung, nachdem Gazprom die Lieferungen im April eingestellt hatte. Zugleich verbindet das Projekt das polnische Fernleitungssystem mit dem dänischen, in dem der Biomethananteil zu den höchsten in Europa gehört.

Was sich ändert

Baltic Pipe ist ein mehr als 900 Kilometer langer Korridor, zu dem u. a. eine Gasleitung von Norwegen nach Dänemark, eine Verdichterstation, eine Rohrleitung durch Dänemark und den Boden der Ostsee sowie der Endabschnitt in Polen gehören. Den Bau führten GAZ-SYSTEM und der dänische Betreiber Energinet durch. Die Investition gibt Polen Zugang zu norwegischem Gas ohne Zwischenhändler und stellt eine Alternative zu den Importen aus Russland dar, die von diesem unterbrochen wurden.

Im dänischen System übersteigt der Biomethananteil derzeit 25 %. Das durch Baltic Pipe fließende Gas stammt zwar aus Norwegen, doch die physische Verbindung der Systeme bedeutet, dass künftig Biomethan aus Dänemark bei entsprechender Regulierung nach Polen gelangen könnte und die polnischen Anlagen von den Erfahrungen der Dänen mit Qualitätsstandards und Netzanschluss profitieren könnten.

Bedeutung für die Branche in Polen

Für inländische Biogasinvestoren ist Baltic Pipe vor allem ein Signal, dass der polnische Gasmarkt auf einer diversifizierten Infrastruktur beruhen wird und die Gaspreise an den europäischen Markt gekoppelt sein werden. Das verbessert die Planbarkeit, erhöht aber auch den Wettbewerb für lokales Gas. Der Vorteil von Biomethan ist seine Unabhängigkeit von Importen sowie die Möglichkeit, Förderung und eine Zertifizierung als erneuerbares Gas zu erhalten.

Zu beachten ist, dass Polen noch wenige Anlagen zur Aufbereitung von Biogas hat und es an einem vollständigen Rechtsrahmen für die Einspeisung von Biomethan ins Netz fehlt. Die dänischen Erfahrungen zeigen, dass die Marktentwicklung stabile Förderung, klare Standards und gut geplante Anschlüsse erfordert.

Kontext des Eröffnungstages

Die Feier fand an dem Tag statt, an dem Meldungen über Gaslecks aus den Pipelines Nord Stream 1 und 2 in der Ostsee um die Welt gingen. Dieses Ereignis erhöhte die Bedeutung der neuen Verbindung in der Debatte über die Sicherheit kritischer Infrastruktur. Für die Biomethanbranche ist die Schlussfolgerung praktisch: Das Gasnetz, in das Biomethan eingespeist wird, ist eine strategische Infrastruktur, und seine Widerstandsfähigkeit gegenüber Störungen beeinflusst den Wert lokaler Gasquellen.

Ausblick

Nach der Inbetriebnahme von Baltic Pipe wird der Gastransport im Winter ein Test für die Zuverlässigkeit des Systems sein. Für die Biomethanbranche ist wichtig, dass die Netzbetreiber – GAZ-SYSTEM und die Verteilnetzbetreiber – Standardbedingungen für den Anschluss von Biomethananlagen und Abrechnungsregeln vorbereiten. In den kommenden Monaten werden zudem Gesetzgebungsentscheidungen erwartet, die dem Biomethan den Rang eines eigenständigen Kraftstoffs im polnischen Recht verleihen.

Quellen

  1. GAZ-SYSTEM — Baltic Pipe
  2. Energinet — Baltic Pipe