BiomethanEreignis
PGNiG kündigt ein Programm zum Bau von Biomethananlagen an: Ziel ca. 4 Mrd. m³ Biomethan pro Jahr
Der PGNiG-Präsident Jerzy Kwieciński kündigte auf dem Europäischen Wirtschaftskongress in Katowice ein Programm zum Bau von Biomethananlagen an. Die erste Anlage sollte Ende 2020/Anfang 2021 in Betrieb gehen.

Der Präsident von Polskie Górnictwo Naftowe i Gazownictwo (PGNiG), Jerzy Kwieciński, kündigte Anfang September 2020 auf dem Europäischen Wirtschaftskongress in Katowice den Start eines Programms zum Bau von Biomethananlagen an. Laut dem Bericht, den das Portal Gramwzielone.pl am 4. September veröffentlichte, soll das Programm eine der Schlüsselinitiativen des Unternehmens im Bereich der grünen Technologien sein. Langfristig könnte PGNiG etwa 4 Mrd. m³ Biomethan pro Jahr erzeugen, also so viel, wie die gesamte inländische Erdgasförderung beträgt.
Was angekündigt wurde
Die wichtigsten vom Präsidenten dargelegten Annahmen:
- Größenordnung — Biomethan würde etwa ein Fünftel des inländischen Gasbedarfs decken;
- Modell — PGNiG soll ausschließlich Biomethananlagen und keine klassischen Biogasanlagen bauen und das erzeugte Gas in das Netz einspeisen, wo es sich mit Erdgas vermischen würde;
- Anwendungen — außerhalb des Netzes würde Biomethan den Verkehr versorgen, zum Beispiel Gasbusse;
- Termin — die erste Anlage sollte Ende 2020/Anfang 2021 in Betrieb gehen;
- Standorte — es wurden keine konkreten Orte genannt.
Im selben Auftritt stellte PGNiG Pläne für Investitionen in erneuerbare Energiequellen vor: Ausgaben in der Größenordnung von 4 Mrd. PLN für bis zu 900 MW Leistung, vor allem durch die Übernahme kleinerer Wind- und Photovoltaikparks, sowie den ersten Elektrolyseur in Odolanów, der aus einem Photovoltaikpark mit 250 kW Leistung gespeist wird, und eine Wasserstofftankstelle am Firmensitz in Warschau in Zusammenarbeit mit Toyota.
Bedeutung für den Biogasmarkt
Die Erklärung des größten Gasunternehmens des Landes bedeutete eine Veränderung im Ansatz gegenüber Biogas. Bisher beruhte der Biogasmarkt in Polen vor allem auf Anlagen, die Strom und Wärme erzeugten und durch Auktionen und Tarife gefördert wurden, und Biomethan kam in der Praxis nicht vor. Das Engagement von PGNiG, das auch Eigentümer der polnischen Verteilnetze ist, konnte den Anschluss der Anlagen an das Netz erleichtern und die Gasabnahme sicherstellen. Zugleich hingen die Ambitionen des Unternehmens vom Rechtsrahmen ab: Ohne Vorschriften zur Förderung, zum Erzeugerregister und zu Herkunftsnachweisen für Biomethan ließ sich schwer von einer wirtschaftlichen Einspeisung sprechen.
Schätzungen und Unbekannte
Die Größenordnung von 4 Mrd. m³ pro Jahr würde Hunderte von Anlagen und den Zugang zu enormen Substratmengen erfordern. Das inländische Biogaspotenzial aus dem Agrar- und Ernährungssektor wurde damals auf 7–8 Mrd. m³ pro Jahr geschätzt und der jährliche Gasverbrauch in Polen auf ca. 18–20 Mrd. m³. Offen blieb die Frage, in welchem Zeithorizont und mit welcher Förderung das Programm umgesetzt werden sollte.
Wie es weitergeht
Für die Leser des Kompendiums ist die Schlussfolgerung einfach: Es trat ein großes Unternehmen mit Kapitalkraft und Netzzugang auf, das Biomethan als Element der Strategie anerkannte. Seine konkreten Investitionsentscheidungen, einschließlich der Wahl von Technologie und Standorten, sollten zeigen, ob sich die Erklärungen in funktionierende Anlagen verwandeln.
Wie Biomethan ins Netz gelangt
Biomethan ist Biogas, das von CO₂, Schwefelwasserstoff und Wasser auf die Parameter von Erdgas gereinigt wurde, sodass es in das Verteil- oder Übertragungsnetz eingespeist werden kann. Die Aufbereitungsanlage nutzt am häufigsten Membrantechnologien, Wasserwäsche oder Druckwechseladsorption. Der Produzent muss zudem die Anforderungen an Gasqualität, Energiemessung und Odorierung erfüllen, und der Netzbetreiber – den Anschluss und die Abnahmekapazität sicherstellen, besonders in Zeiten niedrigen Gasverbrauchs im Sommer.





