Markt und InvestitionenEreignis
Deutschland schreibt mehr als 1 GW für Biomasse und Biomethan aus
Die Bundesnetzagentur kündigte im Februar 2026 Ausschreibungen für mehr als 1 GW an: 726,7 MW für Biomasse und 300 MW für Biomethan. Die Preisgrenze für Biomethan wurde um 10% auf 0,2313 Euro/kWh angehoben, da es in der Runde 2025 keine Gebote gab.

Die deutsche Bundesnetzagentur kündigte am 27. Februar 2026 Ausschreibungen zur Förderung von Bioenergie mit einer Gesamtleistung von mehr als 1 GW an. Sie umfassen 726,7 MW für Biomasse und 300 MW für Biomethan. Gebote können bis zum 1. April 2026 abgegeben werden, und die erforderlichen Genehmigungen müssen bis zum 4. März vorliegen. Die wichtigste Änderung betrifft Biomethan, für das die Preisgrenze nach einer Runde ohne Gebote angehoben wurde.
Einzelheiten der Ausschreibungen
Die Preisgrenze für Biomethan stieg um 10% auf 0,2313 Euro/kWh – eine unmittelbare Reaktion darauf, dass in der Runde 2025 kein Gebot abgegeben wurde, was als Signal gewertet wurde, dass die frühere Obergrenze zu niedrig war, um die Kosten zu decken. Die Preisgrenzen für Biomasse betragen 0,1943 Euro/kWh für neue Anlagen und 0,1983 Euro/kWh für bestehende. Die Ausschreibungen finden auf der Grundlage des aktualisierten Förderrahmens für Biomasse statt, den die Europäische Kommission 2025 genehmigt hat. Die Quelle nennt weder eine Aufschlüsselung des Biomethans nach neuen und bestehenden Anlagen noch zusätzliche Kriterien.
Warum das wichtig ist
Deutschland, das die meisten Biogasanlagen Europas hat, durchläuft eine Welle des Auslaufens der Förderung für die erste Anlagengeneration. Das 2024 angekündigte Biomassepaket sah vor, wärmegekoppelte und flexible Anlagen zu bevorzugen. Die Ausschreibung für Biomethan ist eine gesonderte Schiene für Anlagen, die Gas statt Strom erzeugen. Das Ausbleiben von Geboten in der Runde 2025 zeigt, dass das Förderniveau die Kosten widerspiegeln muss: Eine zu niedrige Preisgrenze führt zu mangelndem Interesse und Verzögerungen bei Investitionen.
Bedeutung für die Branche in Polen
Polen bereitet Auktionen für Biomethan oberhalb von 1 MW vor. Die deutsche Erfahrung ist eine Warnung bei der Festlegung von Referenzpreisen: Eine zu vorsichtige Obergrenze droht zu einer leeren Auktion zu führen. Für polnische Investoren ist es zugleich eine Information über Kostenniveaus – die deutsche Grenze von 0,2313 Euro/kWh entspricht etwa 231 Euro/MWh, also einem Vielfachen des Erdgaspreises am Markt. Für deutsche Betreiber bestehender Biogasanlagen bedeuten die Ausschreibungen die Chance, den Betrieb fortzusetzen.
Worauf zu achten ist
Die Ergebnisse der Ausschreibung werden zeigen, ob die angehobene Grenze Gebote anzieht. Für Marktbeobachter wird wichtig sein, wie viele Gebote für Biomethan zu welchen Preisen abgegeben wurden und ob steigende Kosten für Anlagen und Finanzierung die termingerechte Umsetzung der Projekte zulassen.





