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Deutschland kündigt ein „umfassendes Biomassepaket“ an. Vorrang für Wärme und Flexibilität
Am 19. August 2024 kündigte der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck ein umfassendes Biomassepaket an: Die Förderung für Biogasanlagen soll vor allem Anlagen zugutekommen, die an Wärme angebunden sind und flexibel arbeiten.

Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck kündigte am 19. August 2024 ein „umfassendes Biomassepaket“ an, das die Förderregeln für Biogasanlagen nach Ablauf der ursprünglichen Garantien verändern soll. Über die Pläne berichtete die deutsche Nachrichtenagentur. Das Paket ist eine Antwort auf ein Problem, das sich in Deutschland seit Jahren verschärfte: Viele Anlagen verlieren nach 20 Jahren die EEG-Förderung, und es gibt deutlich mehr Interessenten für Anschlussauktionen als verfügbares Volumen.
Wichtigste Eckpunkte
Berichten zufolge erklärte Habeck, Biogas könne im künftigen Energiesystem wichtig bleiben: Die Anlagen könnten Heizwerke und Wärmenetze speisen, und Biogas lasse sich flexibel nutzen, wenn die Erzeugung aus Wind und Sonne gering ist. Biomasse sei eine begrenzte und wertvolle Ressource, daher solle die Förderung vorrangig gelenkt werden an:
- Anlagen, die an ein Wärmenetz angebunden sind oder Wärme an Abnehmer liefern,
- Anlagen, die flexibel arbeiten, mit Zahlungen, die auf die Stunden begrenzt sind, in denen Strom benötigt wird.
Die Betreiber sollten die Möglichkeit erhalten, während des laufenden Förderzeitraums vom alten ins neue Fördersystem zu wechseln, und die Vorschläge sollten in die geplante Reform des Energierechts aufgenommen werden. Im ersten Halbjahr 2024 deckte Biomasse etwa 9% des Stromverbrauchs in Deutschland.
Warum das wichtig ist
Deutschland hat die meisten Biogasanlagen Europas (ca. 9.900 laut Branchenverband). Von ihrem Schicksal hängen sowohl die Wärmeversorgung vieler Ortschaften als auch die flexible Ausgleichsleistung in einem System mit wachsendem Anteil variabler Quellen ab. Die Annahme des Grundsatzes „Wärme und Flexibilität“ führt zu einer konkreten Hierarchie: Dauerbetriebsanlagen ohne Wärmeabnehmer werden schlechter dastehen.
Bedeutung für die Branche in Polen
Polen kennt das Ausmaß des Förderauslaufs noch nicht, doch die ersten Anlagen aus den Jahren 2010–2015 nähern sich dem Ende ihrer Förderzeiträume um 2030. Das deutsche Beispiel zeigt drei Richtungen: die Kopplung der Förderung an einen Wärmeabnehmer, die Bevorzugung von Flexibilität und die Schaffung eines Übergangspfads vom alten zum neuen System. Für polnische Betreiber ist auch die Umwandlung von Biogasanlagen in Biomethananlagen wichtig (dies erfordert jedoch einen Netzanschluss und Investitionen in die Aufbereitung).
Wichtig ist auch, dass die deutschen Lösungen den Markt für Anlagen und Dienstleistungen beeinflussen: Service, Motorenmodernisierungen, Gasspeicher für den flexiblen Betrieb.
Wie es weitergeht
Die Vorschläge sollen in die geplante Reform des Energierechts aufgenommen werden, und ihre Einzelheiten – Fördervolumen, Höhe der Prämie, Flexibilitätskriterien – werden im Zuge der parlamentarischen Arbeiten präzisiert. Für die Betreiber bestehender Biogasanlagen wird am wichtigsten sein, ob der Übergangspfad vom alten ins neue System weit genug geöffnet wird, um eine Welle von Stilllegungen zu vermeiden. Marktbeobachter sollten auch die Ergebnisse der folgenden Biomasse-Auktionen verfolgen, denn sie zeigen das tatsächliche Wettbewerbsniveau.





