BiowasserstoffEreignis
EU-Kommission genehmigt italienisches Programm über 6 Mrd. Euro für erneuerbaren Wasserstoff, auch aus Biomasse
Die Europäische Kommission genehmigte ein italienisches Beihilfeprogramm in Höhe von 6 Mrd. Euro für die Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff bis Ende 2029. Förderfähig ist neben der Elektrolyse mit erneuerbarem Strom auch der biogene Weg; das Ziel sind 200.000 Tonnen pro Jahr.

Die Europäische Kommission genehmigte ein italienisches staatliches Beihilfeprogramm im Wert von 6 Mrd. Euro für die Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff. Die Information wurde am 31. März 2026 veröffentlicht; das genaue Datum der Entscheidung nennt die Quelle nicht. Für das Thema Biowasserstoff ist wichtig, dass im Rahmen des Programms auch der biogene Weg zugelassen wurde, also Wasserstoff aus Biomasse, neben der Elektrolyse mit erneuerbarem Strom.
Wichtigste Parameter
Das Programm soll bis Ende 2029 laufen und die Erzeugung von rund 200.000 Tonnen erneuerbarem Wasserstoff pro Jahr fördern. Es wurde auf der Grundlage der Leitlinien der Kommission von 2022 für staatliche Klima-, Umweltschutz- und Energiebeihilfen beurteilt. Es ist nicht bekannt, welcher Teil der Mittel an Wasserstoff aus Elektrolyse und welcher an Wasserstoff aus Biomasse geht; die Quelle gibt auch nicht an, wie das Programm mit der Förderung von Biomethan verknüpft ist.
Biogener Wasserstoff und RFNBO
Im EU-Recht unterliegt Wasserstoff, der aus Biomasse oder Biogas erzeugt wird, den Nachhaltigkeitskriterien für Bioenergie (RED), Wasserstoff aus Elektrolyse dagegen den Regeln für erneuerbare Kraftstoffe nicht biogenen Ursprungs (RFNBO). Die italienische Formulierung „erneuerbar“ lässt beide Wege zu. Biogener Wasserstoff kann u. a. durch Dampfreformierung von Biomethan, Vergasung von Biomasse oder biologische Verfahren erzeugt werden; bei der Reformierung von Biomethan ist das emittierte CO₂ biogen und kann abgeschieden werden, was potenziell einen negativen CO₂-Fußabdruck ergibt (BECCS).
Italien baute den Biomethanmarkt auf der Grundlage des nationalen Aufbauplans und der Dekrete über Zertifikate aus. Die Aufnahme von Wasserstoff aus Biomasse in das Beihilfeprogramm zeigt, dass die Regierung Biogas als Element der Wertschöpfungskette behandelt und nicht nur als Kraftstoff.
Bedeutung für die Branche in Polen
Polen entwickelt Wasserstoff vor allem als Element von Verkehr und Industrie (Chemie, Raffinerien), und Biowasserstoffprojekte sind selten. Das italienische Beispiel legt nahe, dass die Förderung von erneuerbarem Wasserstoff technologieneutral gestaltet werden kann, was den Weg für Projekte öffnet, die Biomethan und biogenes CO₂ nutzen. Für polnische Biomethanerzeuger ist das ein Signal, dass in Zukunft ein zusätzlicher Absatzmarkt entstehen kann: die Reformierung von Biomethan in Industrieanlagen oder die Synthese von E-Methan aus biogenem CO₂.
Für Betreiber bestehender Biogasanlagen lohnt es sich, die Förderbedingungen zu verfolgen: Wasserstoff aus Biomasse muss die RED-Kriterien zur Emissionsminderung erfüllen, was eine Zertifizierung erfordert.
Worauf zu achten ist
Die Information über das Programm stammt aus einer einzigen Branchenquelle, und die Einzelheiten (Höhe der Prämien, Auktionen, Aufteilung auf die Technologien) wurden nicht genannt. Entscheidend werden die Entscheidungen der italienischen Behörden über die Auswahl der Begünstigten sein sowie die Ergebnisse der folgenden Auktionen der Europäischen Wasserstoffbank, die zeigen werden, ob Wasserstoff aus Biomasse gegenüber der Elektrolyse wettbewerbsfähig ist.




