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Ungarn: Fünfte METÁR-Auktion von Biomasse dominiert. Gebotsgrenze 38,15 Ft/kWh
Ergebnisse der Auktion vom 20. Dezember 2021: Von acht Geboten entfielen sechs auf Biomassekraftwerke. Das Förderbudget betrug 17 Mrd. Ft jährlich und 870 GWh Energie.

Die ungarische Regulierungsbehörde MEKH entschied am 20. Dezember 2021 über die fünfte Auktion im System METÁR. Es gingen acht Gebote ein, davon sechs für Biomassekraftwerke. Die Auktion, die nur für ältere Kraftwerke offen war, hatte ein Budget von 17 Mrd. Forint jährlich und 870 GWh Energie jährlich, und der Höchstpreis eines Gebots betrug 38,15 Ft/kWh. Das ist deutlich mehr als in den vorherigen Auktionen, in denen die Grenze bei 26,70 und 27,32 Ft/kWh lag.
Was METÁR ist
METÁR ist das ungarische Fördersystem für erneuerbare Energiequellen, das seit dem 1. Januar 2017 besteht. Im System werden Prämien in Ausschreibungen für Anlagen über 1 MW vergeben, für kleinere gelten andere Mechanismen. Für Biomasse- und Biogaskraftwerke ist in den Grundsätzen auch eine sog. braune Prämie für abgeschriebene Anlagen vorgesehen, um deren Stilllegung oder Umstieg auf fossile Brennstoffe zu vermeiden.
Was an der fünften Auktion anders war
Die vierte Auktion kündigte MEKH am 15. Oktober 2021 an, zog sie aber am 19. November zurück. Die fünfte, am 22. November 2021 angekündigte, hatte mehrere Besonderheiten:
- nur bestehende Kraftwerke — teilnehmen konnten nur Anlagen, die mindestens 20 Jahre vor der Ausschreibung in Betrieb genommen worden waren und in den letzten 20 Jahren mindestens 14 Jahre in Betrieb waren;
- Umfang — 17 Mrd. Ft Förderung jährlich und 870 GWh geförderter Energie pro Jahr, das 20- bis 36-Fache früherer Auktionen;
- Preisgrenze — 38,15 Ft/kWh statt 26,70 und 27,32 Ft/kWh;
- Zeit — die Gebotsabgabe dauerte einen Tag, früher in der Regel einen Monat.
Ergebnisse
Es gingen acht Gebote ein: eines für Solarenergie, eines aus einem Wasserkraftwerk und sechs für Biomasse. Die Biomassekraftwerke gehörten überwiegend zur Veolia-Gruppe mit französischem Kapital. Gewonnen hat u. a. Hernádvíz Kft. (Wasserkraftwerk), und unter den Gewinnern waren auch CHP-INVEST Kft., Újpalotai Energia Kft. und Bakonyi Energetika Kft.
Die Zugangsbedingungen (Alter von mindestens 20 Jahren) deuten darauf hin, dass die Auktion dem Weiterbetrieb bestehender, abgeschriebener Blöcke diente.
Umrechnung
Die Gebotsgrenze von 38,15 Ft/kWh entspricht 38.150 Ft/MWh. Bei einem Kurs von ca. 360 Ft je Euro (Richtwert, Ende 2021) ergibt das ca. 106 Euro je MWh, also ca. 490 PLN/MWh bei einem Kurs von ca. 4,6 PLN je Euro.
Bedeutung
Für Biomasse bedeutete diese Auktion, dass die Förderung an bestehende Biomasse verbrennende Quellen ging und nicht an neue Investitionen. Das gesamte Budget von 17 Mrd. Ft bei 870 GWh ergibt durchschnittlich ca. 19,5 Ft Förderung je geförderter kWh (Quotient beider Größen).




