Emissionen und KlimaEreignis
Xi Jinping kündigt Kohlenstoffneutralität Chinas vor 2060 und Höchststand der Emissionen vor 2030 an
In seiner Rede bei den Vereinten Nationen erklärte der chinesische Präsident den Höchststand der CO₂-Emissionen vor 2030 und die Kohlenstoffneutralität vor 2060. Das ist eine Wende gegenüber der Zusage „um 2030“.

Präsident Xi Jinping verkündete am 22. September 2020 in einem aufgezeichneten Auftritt vor der UN-Generalversammlung, dass China anstrebt, dass die Kohlendioxidemissionen vor 2030 ihren Höchststand erreichen und die Kohlenstoffneutralität vor 2060 erreicht wird. Laut WRI ist es das erste Mal, dass sich die chinesische Führung zur Klimaneutralität verpflichtete.
Was die Ankündigung veränderte
Im Rahmen des Übereinkommens von Paris hatte sich China zuvor zu einem Emissionshöchststand um 2030 verpflichtet. Die neue Formel – „vor 2030“ – bedeutete daher eine Verschärfung, und die Hinzufügung des Neutralitätsjahres gab den Klimadokumenten einen klaren Horizont. Der frühere US-Klimabeauftragte Todd Stern nannte die Ankündigung eine „große und wichtige Nachricht“ (big and important news). Xi kündigte auch „entschlossenere Politiken und Maßnahmen“ an und dass China seinen national festgelegten Beitrag im Rahmen des Übereinkommens von Paris erweitern werde.
Inhalt der Rede
Der von ESG Today zitierte Schlüsselsatz lautete: „Wir streben an, dass die CO₂-Emissionen vor 2030 ihren Höchststand erreichen und wir vor 2060 Kohlenstoffneutralität erreichen.“ In derselben Rede rief Xi alle Staaten zu einer gemeinsamen Entwicklung auf: innovativ, koordiniert, grün und offen.
Vorsicht bei der Interpretation
Die Ankündigung betraf die CO₂-Emissionen und nicht einzelne Sektoren: Sie nannte weder Biogas noch Biomethan noch die Abfallwirtschaft. Helen Mountford vom WRI wies darauf hin, dass China detailliertere kurzfristige Ziele und einen früheren Zeitpunkt des Höchststands festlegen sollte. Die Ankündigung war also ein Ausgangspunkt, und konkrete Instrumente – Sektorpläne, Tarife, Quoten – sollten erst entstehen.
Reaktionen und Form des Auftritts
Der Auftritt hatte die Form einer aufgezeichneten Videobotschaft an die UN-Generalversammlung (Climate Home News). Helen Mountford vom WRI bewertete die Ankündigung als Stärkung der nationalen Klimaverpflichtung Chinas, einschließlich des Emissionshöchststands vor 2030. Das WRI betont zugleich, dass dies die erste Verpflichtung der chinesischen Führung zur Klimaneutralität ist.
Aktualisierung: Aktionsplan von 2021
Am 27. Oktober 2021 veröffentlichte die NDRC den Aktionsplan für den Höchststand der CO₂-Emissionen vor 2030. Im Teil über neue Energiequellen kündigt er den Ausbau von Energie- und Wärmeerzeugung aus Biomasse und Biogas entsprechend den lokalen Bedingungen an, und bei Gebäuden – saubere Heizung u. a. aus Biomasse, wo die Bedingungen es erlauben. Der Plan sieht auch eine schnellere Nutzung von Energie aus Biomasse auf dem Land sowie die Förderung fortschrittlicher flüssiger Biokraftstoffe und nachhaltiger Flugkraftstoffe vor. Erst solche Dokumente übersetzen die Erklärung von 2020 in konkrete Sektorpolitiken.
Was das für Polen/Europa bedeutet
Die Erklärung von 2020 bedeutet, dass der größte Emittent der Welt einen Neutralitätshorizont vor sich hat, und für europäische Technologieanbieter (einschließlich der Biogasaufbereitung) bedeutet das einen möglichen Anstieg des Bedarfs an emissionsarmen Lösungen in China. Zugleich erfordert die Konkurrenz durch chinesische Ausrüstung eine Überprüfung von Qualität und Zertifizierung.
Quellen
- ESG Today — China commits to climate neutrality by 2060, emissions peak before 2030
- WRI — Statement: China aims for carbon neutrality before 2060
- Climate Home News — Xi Jinping: China will aim for carbon neutrality by 2060
- NDRC — Action Plan for Carbon Dioxide Peaking Before 2030 (27.10.2021) (aktualizacja)




