Technik und BetriebLeitfaden

Eintragssysteme für feste Substrate in der Biogasanlage: Typen, Auswahl und Betrieb

Silage, Mist und Stroh gelangen über ein Eintragssystem in den Fermenter. Wir vergleichen Schnecken-, Kolben-, Förderband- und Futtermischwagen-Systeme und zeigen, wie man die Kapazität wählt und Störungen vermeidet.

Veröffentlicht 4 Min. LesezeitRedaktion FeedstockData

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Plac kiszonkowy biogazowni: gładka ściana złotozielonej kiszonki z kukurydzy, odwinięta folia z oponami i ładowarka w oddali.
Illustration: FeedstockData (KI, Google Gemini)

Ein Eintragssystem für feste Substrate ist ein Gerät, das Material aus dem Aufgabebehälter (der Wanne) entnimmt und in den Fermenter oder in den Vormischer einbringt. In landwirtschaftlichen Biogasanlagen dominieren Schneckeneintragssysteme mit Aufgabewanne; dort, wo Mist, Stroh oder sehr trockenes Material dosiert wird, kommen auch Kolbeneintragssysteme und Förderanlagen zum Einsatz. Die Auswahl beruht auf der Art des Substrats, der Tagesgabe, der Art der Beschickung und den Anforderungen an Dichtheit und Sicherheit.

Haupttypen von Eintragssystemen

Typ Funktionsprinzip Anwendung Vorteile Nachteile
Schnecke mit Wanne Schnecken in der Wanne schieben das Material zur Förderschnecke Maissilage, Gras, feuchter Mist einfacher Aufbau, gute Leistung Verschleiß der Schnecken, Umwickeln von Fasern
Kolben (hydraulisch) Kolben drückt das Material in den Fermenter Mist, Stroh, Materialien mit geringer Schüttfähigkeit wirksam bei trockenen, verdichteten Materialien, verschließt den Einlass höhere Kosten, Hydrauliksystem erfordert Service
Band- oder Kettenförderer mit Dosierer Transport vom Lager zum Mischer große Anlagen, automatisierte Dosierung hohe Leistung, Wiegedosierung benötigt Platz, empfindlich gegen Verunreinigungen
Futtermischwagen mit Austrag in den Fermenter Mischen und Beschicken in einem kleine Anlagen geringe Investitionskosten höherer Anteil an Handarbeit

Auswahl der Kapazität — Rechenbeispiel

Annahmen: tägliche Gabe fester Substrate 30 t Silage und 6 t Mist, Schüttdichte der Silage ca. 0,6 t/m³, des Mists ca. 0,7 t/m³ (Richtwerte, abhängig von Zerkleinerung und Verdichtung). Tagesvolumen: 30/0,6 + 6/0,7 ≈ 50 + 8,6 ≈ 58,6 m³. Die Aufgabewanne sollte mindestens die Hälfte dieser Menge fassen, damit der Lader komfortabel arbeiten kann, und noch besser die gesamte Tagesgabe, wenn die Beschickung ein- oder zweimal täglich erfolgen soll. Bei einer Wanne von 60 m³ genügt eine einmalige Beschickung mit Reserve; bei 30 m³ sind zwei Beschickungen erforderlich.

Dosierung im Zeitverlauf

Die Dosierung in kleinen Portionen über den gesamten Tag gleicht die Belastung aus und verringert das Versauerungsrisiko. Moderne Eintragssysteme haben eine Steuerung mit Zeitplan (z. B. eine Gabe alle 30–60 Minuten), oft mit einer Waage, die die Masse jeder Dosierung erfasst. Die Aufzeichnung der Mengen wird auch für die Berichterstattung und die Energieabrechnung benötigt.

Typische Probleme und ihre Vermeidung

Problem Ursache Lösung
Brückenbildung in der Wanne verdichtete, lange Fasern, zu trockenes Material Rührwerke in der Wanne, Zerkleinerung, Auflockerung
Umwickeln der Welle Schnüre, Folie, lange Halme, Bänder Qualitätskontrolle der Beschickung, Messer, regelmäßige Reinigung
Schneckenverschleiß Sand, Erde in der Silage Reinigung des Haufens, Sandabscheidung, befestigte Flächen
Motorüberlastung Steine, Metall Magnet, Sichtkontrolle, Drehmomentabsicherung
Gasaustritt durch das Eintragssystem fehlender hydraulischer Verschluss Verschluss durch eine Materialschicht, Schieber, Kolben

Sicherheit

Das Eintragssystem ist ein Gerät mit rotierenden Elementen und einer Stelle nahe dem explosionsgefährdeten Bereich. Grundsätze: vorschriftsgemäße Schutzeinrichtungen, Abschalten der Stromversorgung und Sicherung vor der Reinigung (Lock-out), kein Betreten der Wanne bei laufender Schnecke, entsprechende Kennzeichnung der ATEX-Zonen dort, wo sich Gas ansammeln kann. Das Eintragssystem sollte gegen Rückströmen von Gas in die Halle oder die Wanne gesichert sein — in der Regel gewährleistet dies eine Materialschicht oder ein mechanischer Verschluss.

Checkliste für den Betrieb

  1. Täglich: Sichtkontrolle, Entfernen aufgewickelter Fasern, Prüfung des Hydraulikölstands (falls zutreffend).
  2. Wöchentlich: Schmierung gemäß Herstellerdokumentation (DTR), Kontrolle des Anzugs der Schrauben, Kontrolle der Füllstandssensoren und der Waage.
  3. Monatlich: Messung des Betriebsstroms, Prüfung des Lagerspiels.
  4. Halbjährlich: Kontrolle des Verschleißgrads von Schnecken und Verschleißplatten, Kalibrierung der Waage.
  5. Fortlaufend: Störungsregister und Stillstandszeiten.

Verschleißkosten

Elemente von Schnecken, die mit erdverschmutzter Silage arbeiten, können sich innerhalb einer Saison abnutzen. Daher ist eine günstigere Methode als häufiger Austausch die Verbesserung der Beschickungsqualität: befestigte Plätze, vorsichtiges Abschneiden des Haufens, Entfernen der obersten Schicht mit Schimmel und Erde. Gute Praxis ist ein Lieferant, der Zugang zu Ersatzteilen gewährleistet, sowie ein Vorrat an wichtigen Arbeitselementen im Lager.

Einfluss des Eintragssystems auf den Prozess

Die Gleichmäßigkeit der Dosierung wirkt sich unmittelbar auf die Stabilität der Gärung aus. Ein Eintragssystem, das Material in wenigen großen Portionen einbringt, erzeugt Belastungsspitzen: Innerhalb einer Stunde nach der Dosierung steigen die Säurekonzentrationen, und in der Zeit zwischen den Gaben ist der Fermenter unterbelastet. Deshalb lohnt es sich, im Betriebstagebuch zu prüfen, wie viele Gaben tatsächlich innerhalb eines Tages erfolgten und ob ihre Masse ähnlich war. Abweichungen zeugen von Brückenbildung, Störungen oder falschen Einstellungen der Laufzeit.

Fragen an den Lieferanten beim Kauf

  • welche Leistung für Material mit der Feuchte und Dichte aus meiner Anlage garantiert wird, nicht für „Mustermaterial“,
  • wie der Zugang zu Schnecken und Motor beim Service aussieht,
  • welche Vorrichtungen vor dem Rückströmen von Gas in die Wanne schützen,
  • ob das System eine Waage und eine Schnittstelle zum Steuerungssystem hat,
  • wie hoch die Kosten typischer Verschleißteile sind und wie lang die Lieferzeit ist.

Die Antworten sollte man bei mehreren Herstellern vergleichen und von Referenzkunden Informationen über den tatsächlichen Verschleiß nach mehreren Betriebssaisons einholen.

Quellen

  1. FNR — Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (Leitfaden Biogas)
  2. KTBL — Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft

Fragen und Antworten

Wie oft am Tag sollte der Feststoffeintrag arbeiten?

Je häufiger und in je kleineren Portionen, desto besser für den Prozess. In der Praxis werden von über zehn bis zu mehreren Dutzend Dosierungen pro Tag eingesetzt, zeit- oder gewichtsgesteuert, um Belastungsspitzen zu vermeiden.

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