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Enea und Krajowa Grupa Spożywcza bauen sechs Biomethananlagen an Zuckerfabriken
Enea und KGS unterzeichneten einen Kooperationsplan: sechs Biomethananlagen an sieben Zuckerfabriken, insgesamt ca. 60 MW und ca. 1,2 TWh Biomethan pro Jahr (ca. 18,2 Mio. m³ je Anlage). Rohstoffe: Rübenschnitzel, Kartoffelpülpe und Mist.

Enea und Krajowa Grupa Spożywcza (KGS) gaben am 28. Oktober 2026 die Zusammenarbeit beim Bau von Biomethananlagen auf dem Gelände von Zuckerfabriken bekannt. Es wurde ein Rahmenplan für die Zusammenarbeit unterzeichnet, der die Richtung des Projekts vorgibt. Vorgesehen sind sechs neue Biomethananlagen, die an sieben Zuckerfabriken der KGS entstehen und das Biomethanportfolio von Enea ergänzen werden.
Umfang und Parameter
Die installierte Gesamtleistung soll etwa 60 MW betragen und die Produktion etwa 1,2 TWh Biomethan pro Jahr. Beide Zahlen sind nur dann stimmig, wenn 60 MW die elektrische Äquivalentleistung im Sinne des Gesetzes über erneuerbare Energiequellen (ustawa o OZE) sind (Umrechnungsfaktor bei einem Wirkungsgrad von 41 %): 1,2 TWh pro Jahr sind im Durchschnitt ca. 137 MW energetische Leistung des Biomethans, also ca. 56 MW nach Umrechnung (eigene Berechnung, keine Information aus der Mitteilung). Die vorläufigen Schätzungen je Anlage betragen etwa 18,2 Mio. m³ Biomethan pro Jahr, also ca. 200 GWh Energie. Die Anlagen werden hybrid sein: Neben Biomethan erzeugen sie Strom und Wärme für den Eigenbedarf der Zuckerfabrik. Rohstoffe sind landwirtschaftliche und agrarlebensmittelbezogene Substrate, u. a. Mist, Kartoffelpülpe und Rübenschnitzel. Der Beitrag von Enea ist das Wissen aus dem Energiesektor, die Finanzierung und die Umsetzung von Infrastrukturprojekten; der Beitrag der KGS – Agrar- und Lebensmittelerfahrung, Substratlieferungen, Zusammenarbeit mit den Anbauern und die Verwertung der Nebenprodukte der Biomethananlagen. Die Partner schließen Biogas für die Kraft-Wärme-Kopplung oder den Verkehr sowie die Beteiligung anderer Akteure nicht aus.
An der Eröffnung nahmen der Minister für Staatsvermögen Wojciech Balczun, der Energieminister Miłosz Motyka und der stellvertretende Minister Grzegorz Wrona teil. Minister Motyka sagte, das Biomethanpotenzial in Polen betrage Milliarden Kubikmeter pro Jahr.
Warum Zuckerfabriken
Zuckerfabriken haben einen stetigen saisonalen Strom von Reststoffen (Rübenschnitzel), eigene Infrastruktur, Wärme- und Energieabnehmer sowie Beziehungen zu Anbauern, die zusätzliche Substrate liefern können. Die erste polnische Biomethananlage, die Gas ins Netz einspeist, entstand gerade an der Zuckerfabrik von Südzucker in Strzelin. Die Saisonalität der Rübenkampagne (einige Monate im Jahr) ist eine Herausforderung: Die Anlage muss auch außerhalb der Saison gespeist werden, z. B. mit Mist und Ernterückständen.
Bedeutung für die Branche in Polen
Das Projekt verbindet zwei staatliche Gruppen und hat einen im polnischen Biomethan bisher nicht gekannten Maßstab: 1,2 TWh sind mehr als die Annahmen des Entwurfs des Nationalen Energie- und Klimaplans (KPEiK) für 2030 für einzelne Investoren. Für die Branche bedeutet es große Nachfrage nach Aufbereitungstechnologien und Servicedienstleistungen, für die Netzbetreiber – eine Anschlussherausforderung in landwirtschaftlichen Regionen und für Landwirte – neue Substratverträge. Die Umsetzung hängt von den Auktionen ab, die erst nach Inkrafttreten des Gesetzes organisiert werden, sowie von den Anschlüssen.
Für Gasabnehmer ist es ein Signal, dass Biomethan in den Industrieverträgen großer Abnehmer in Regionen auftauchen kann, in denen Zuckerfabriken angesiedelt sind.
Worauf zu achten ist
Es handelt sich um einen Rahmenplan, nicht um konkrete Investitionsentscheidungen: Weder Standorte noch Termine noch Aufwendungen wurden genannt. Die Schätzung von 18,2 Mio. m³ je Anlage ist vorläufig. Es lohnt sich, die Umweltverfahren und die Anschlussbedingungen zu verfolgen, die das reale Tempo zeigen werden.





