BiowasserstoffEreignis
Konsultation zum Entwurf der Polnischen Wasserstoffstrategie bis 2030 mit Perspektive bis 2040 beginnt
Am 14. Januar 2021 veröffentlichte das Ministerium für Klima und Umwelt den Entwurf einer Wasserstoffstrategie. Sie sieht 2 GW Elektrolyseleistung bis 2030 und sechs strategische Ziele vor.

Das Ministerium für Klima und Umwelt (MKiŚ) veröffentlichte am 14. Januar 2021 den Entwurf des Dokuments „Polnische Wasserstoffstrategie bis 2030 mit Perspektive bis 2040“ und leitete eine 30-tägige öffentliche Konsultation ein. Minister Michał Kurtyka kündigte den Start des Prozesses an. Die Strategie sieht vor, bis 2030 Anlagen zur Wasserstofferzeugung mit einer Leistung von 2 GW zu errichten, und legt die Entwicklungsrichtungen der Wasserstoffwirtschaft im Land fest.
Wichtigste Annahmen des Entwurfs
Der Entwurf beruht auf sechs Zielen:
- Einführung von Wasserstofftechnologien in Energiewirtschaft und Wärmeversorgung,
- Nutzung von Wasserstoff als alternativer Kraftstoff im Verkehr,
- Unterstützung der Dekarbonisierung der Industrie,
- Wasserstofferzeugung in neuen Anlagen,
- effizienter und sicherer Transport, Verteilung und Speicherung,
- Schaffung eines stabilen Regulierungsumfelds.
Vorrang soll Wasserstoff haben, der aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt wird; die Wasserstoffarten und ihre Behandlung waren eines der Themen der Stellungnahmen zum Entwurf. Das Dokument entstand, nachdem die Europäische Kommission im Juli 2020 eine Wasserstoffstrategie für die gesamte Union vorgelegt hatte, deren Ziele 6 GW Elektrolyseure bis 2024 und 40 GW bis 2030 lauten.
Kritik und Stellungnahmen
Die Konsultation dauerte nur kurz, was in den Fachmedien vermerkt wurde. Es wurde auch angemerkt, dass der Entwurf nicht vollständig an die EU-Strategie anknüpfe – unter anderem hinsichtlich der Kriterien zur Unterscheidung der Wasserstoffarten. Unternehmerverbände und Branchenvereinigungen reichten Änderungsvorschläge ein, die sich u. a. auf Fördermechanismen, Netzregulierung und Sicherheit bezogen.
Bedeutung für Biogas und Biowasserstoff
Aus Sicht des Kompendiums sind zwei Aspekte wesentlich. Erstens ist Wasserstoff eine mögliche Ergänzung oder ein Konkurrent von Biomethan in Industrie und Verkehr, sodass das Tempo der Wasserstoffstrategie das Marktumfeld für erneuerbare Gase beeinflusst. Zweitens tauchen in den Definitionen von erneuerbarem Wasserstoff Technologien auf Basis von Biogas und Biomasse auf, was langfristig ein Feld für Biowasserstoff eröffnen kann. Derzeit konzentriert sich die Strategie jedoch auf die Elektrolyse als Haupttechnologie.
Biogas kann außerdem eine Wasserstoffquelle für Tankstellen für Fahrzeuge sein, und eine stabile Wasserstoffnachfrage in der Industrie (Raffinerien, Chemie) schafft einen Absatzmarkt für Projekte, die in der Nähe der Abnehmer entstehen.
Wie es weitergeht
Nach Abschluss der Konsultation sollte das Ministerium die endgültige Fassung vorbereiten und der Regierung zur Annahme vorlegen. Die zentralen Fragen betrafen die Finanzierung, die Verknüpfung mit EU-Fonds und regulatorische Lösungen für Wasserstoff, einschließlich des Energierechts.
Warum die Ziele für 2030 von Bedeutung sind
2 GW Elektrolyseleistung sind gemessen am EU-Ziel von 40 GW ein geringer Anteil, bedeuten aber für Polen, das über eine entwickelte Chemie- und Raffinerieindustrie mit Wasserstoffverbrauch aus Erdgas verfügt, den Beginn der Umstellung auf eine emissionsarme Erzeugung. Die Strategie soll außerdem helfen zu bestimmen, wo Wasserstoff wirtschaftlich sinnvoll ist und wo sich die direkte Elektrifizierung oder Biomethan besser eignen.




