BiowasserstoffEreignis
Regierung nimmt Polnische Wasserstoffstrategie bis 2030 mit Perspektive bis 2040 an
Der Ministerrat nahm am 2. November 2021 den Beschluss Nr. 149 zur Polnischen Wasserstoffstrategie an. Ziele bis 2030: 2 GW Elektrolyseure, 800–1000 Wasserstoffbusse und 32 Tankstellen.

Der Ministerrat nahm am 2. November 2021 den Beschluss Nr. 149 zur „Polnischen Wasserstoffstrategie bis 2030 mit Perspektive bis 2040“ an. Das Dokument legt die Entwicklungsrichtungen der Wasserstoffwirtschaft in Polen fest und enthält quantitative Ziele für 2030. Die Annahme erfolgte knapp ein Jahr nach dem im Januar 2021 zur Konsultation veröffentlichten Entwurf und mehr als ein Jahr nach der EU-Wasserstoffstrategie vom Juli 2020.
Wichtigste Ziele
Nach den Berichten vom Tag der Annahme sieht die Strategie bis 2030 Folgendes vor:
| Bereich | Ziel |
|---|---|
| Erzeugung | 2 GW Leistung an Anlagen zur Wasserstofferzeugung |
| Verkehr | 800–1000 Wasserstoffbusse |
| Infrastruktur | 32 Wasserstofftankstellen |
| Wasserstoff aus fossilen Brennstoffen | Förderung nur unter der Bedingung des Einsatzes von CCS/CCU |
Die Strategie beruht auf sechs Zielen: Einführung von Wasserstofftechnologien in der Energiewirtschaft, Nutzung von Wasserstoff im Verkehr, Dekarbonisierung der Industrie, Wasserstofferzeugung in neuen Anlagen, effiziente Infrastruktur für Transport, Verteilung und Speicherung sowie ein stabiles Regulierungsumfeld. Der Inhalt des Dokuments war am Tag der Annahme noch nicht vollständig bekannt, daher sollten die detaillierten Zahlen anhand der Anlage zum Beschluss überprüft werden.
Bedeutung für Biogas und Biowasserstoff
Die Strategie konzentriert sich auf Wasserstoff aus der Elektrolyse und behandelt Biowasserstoff – der durch biologische Verfahren erzeugt wird – nicht als Hauptrichtung. Für den Biogassektor ist sie dennoch in zweifacher Hinsicht von Bedeutung. Erstens werden Wasserstoff und Biomethan in Industrie und Verkehr konkurrieren oder sich ergänzen. Zweitens kann die Infrastruktur (Gasnetze, Tankstellen) parallel für beide Energieträger ausgebaut werden.
Wie es weitergeht
Die Strategie ist ein programmatisches Dokument. Ihre Umsetzung hängt von den Vorschriften zum Wasserstoffmarkt, von Fördermechanismen und Fonds ab, darunter dem Nationalen Wiederaufbauplan. Für Investoren ist entscheidend, wie schnell Regelungen zu Wasserstoffnetzen, zur Zertifizierung und zu den Finanzierungsgrundsätzen für Projekte entstehen.
Verlauf der Arbeiten
Der Strategieentwurf wurde im Januar 2021 zur Konsultation veröffentlicht und stieß auf Stellungnahmen von Branchenorganisationen, die sich u. a. auf die kurze Konsultationsdauer, die Übereinstimmung mit der EU-Wasserstoffstrategie und die Fördermechanismen bezogen. Die Annahme des Dokuments im November schloss diese Phase ab, ließ jedoch Fragen zu den Durchführungsvorschriften offen: Regelungen für Wasserstoffnetze, Zertifizierung von Wasserstoff und Finanzierungsgrundsätze für Projekte.
Was das für den Gasmarkt bedeutet
Die Strategie geht davon aus, dass Wasserstoff vor allem dort eingesetzt wird, wo eine Elektrifizierung schwierig ist: in der Industrie, in Teilen des Schwerlast- und Stadtverkehrs sowie in der Energiewirtschaft als Energiespeicher. Parallel dazu werden sich die Märkte für Biomethan und andere erneuerbare Gase entwickeln. Gasnetzbetreiber müssen die Infrastruktur daher so planen, dass beide Energieträger berücksichtigt werden, und Investoren müssen beurteilen, welcher von ihnen an einem bestimmten Standort wettbewerbsfähig sein wird.
Zahlenziele im Ausblick
Das Ziel von 2 GW Elektrolyseleistung im Jahr 2030 ist deutlich geringer als die Ambitionen vieler westlicher Staaten. Es spiegelt die Vorsicht angesichts der Kosten und der Verfügbarkeit günstiger erneuerbarer Energie wider. In den folgenden Jahren konnten die Ziele aufgrund der EU-Anforderungen und der technologischen Entwicklung angepasst werden.




