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China nimmt das 2017 ausgesetzte CCER-System wieder auf. Freiwilliger nationaler Markt gestartet
Am 22. Januar 2024 hat China das CCER-System offiziell wieder aufgenommen, den nationalen Markt für freiwillige Emissionsgutschriften, der 2017 ausgesetzt worden war. Die ersten Projekttypen umfassten u. a. Forstwirtschaft und Offshore-Windenergie.

China hat am 22. Januar 2024 das System der zertifizierten Emissionsminderungen CCER offiziell wieder aufgenommen, den nationalen Markt für freiwillige Kohlenstoffgutschriften. Das 2012 gestartete System war 2017 wegen schwacher Beteiligung der Teilnehmer und unzureichender Verifizierung ausgesetzt worden. Die Wiederaufnahme ergänzt das landesweite ETS um einen Anreizmechanismus für Projekte, die Emissionen außerhalb des verpflichtenden Systems senken.
Wie CCER funktioniert
Ein Projekt, das Treibhausgasemissionen verringert – z. B. ein Offshore-Windpark oder eine Aufforstung –, kann nach einer Verifizierung gemäß der offiziellen Methodik Emissionsgutschriften erhalten. Laut Caixin können vom nationalen ETS erfasste Unternehmen mit CCER-Gutschriften bis zu 5 % ihrer Emissionen kompensieren, was den Projekten zusätzliche Einnahmen bringt. Clifford Chance weist darauf hin, dass die wichtigsten Emittenten erworbene CCER-Gutschriften neben ETS-Zertifikaten abgeben können.
Hintergrund: System und Markt
Caixin erinnert daran, dass das nationale ETS 2021 gestartet wurde und darin bis Mai 2022 ca. 60 Mio. t CCER-Gutschriften verwendet wurden. Das erste Solarthermie-Projekt im System, Delingha (CGN New Energy), wurde im Oktober 2018 in Betrieb genommen. Die Offshore-Windkraftleistung in China betrug Ende 2023 37,29 GW, was erklärt, warum Offshore-Windparks zu den ersten Projekttypen gehörten.
Erste Projekte
Zum Start erfasste das System vier Projekttypen: Offshore-Windparks, Solarthermiekraftwerke, Mangroven und Forstwirtschaft. Für die Biogasbranche bedeutet das, dass Methan- und Biogasanlagen anfangs nicht vom System erfasst waren – weitere Methodiken sollten erst noch entwickelt werden, und ihr Umfang ist zu verfolgen.
Müllverbrennungsanlagen aus dem System ausgeschieden
Laut einer Analyse von Dialogue Earth (veröffentlicht bei Eco-Business) sanken die Erlöse aus dem Verkauf von CCER-Gutschriften auf null, seit sich die Abfallverbrennung 2024 nicht mehr dafür qualifiziert. Der Grund war eine neue Methodik, die die den Müllverbrennungsanlagen zugerechneten Emissionsminderungen verringerte, sowie Bedenken wegen Verschmutzungen. Das ist ein Beispiel dafür, wie Änderungen der Anrechnungsregeln die Wirtschaftlichkeit von Abfallanlagen beeinflussen.
Was das für Polen/Europa bedeutet
Europäische Unternehmen, die in China tätig sind oder Kohlenstoffgutschriften kaufen, sollten CCER als einen vom EU-ETS und von internationalen Registern getrennten Markt beobachten. Unterschiede bei Methodiken und Transparenz können die Glaubwürdigkeit und den Preis der Gutschriften beeinflussen.
Quellen
- Clifford Chance — Carbon Trading in China: Relaunch of the Certified Emission Reduction Scheme (15.04.2024)
- Caixin Global — How China's revamped voluntary carbon scheme could help achieve green goals (4.07.2024)
- Argus — China plans international carbon credit alliance (22.10.2026) (aktualizacja)
- Eco-Business / Dialogue Earth — What's behind China's waste incineration overcapacity?




