Emissionen und KlimaEreignis
Clean Industrial Deal und Aktionsplan für erschwingliche Energie: Reaktion der Biogas- und Bioenergiebranche
Am 26. Februar 2025 legte die Europäische Kommission den Clean Industrial Deal und den Aktionsplan für erschwingliche Energie vor. Der Europäische Biogasverband bemängelte das Fehlen eines klaren Pfades für Biomethan.

Die Europäische Kommission hat am 26. Februar 2025 den Clean Industrial Deal – eine Strategie, die Klimaziele mit der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie verbindet – sowie den begleitenden Aktionsplan für erschwingliche Energie (Affordable Energy Action Plan, COM/2025/79) vorgelegt. Die Dokumente konzentrieren sich auf die Senkung der Energiepreise für Industrie und Haushalte sowie auf die Beschleunigung der Dekarbonisierung. Die Biogasbranche nahm sie mit gemischten Gefühlen auf.
Was die Dokumente enthalten
Der Aktionsplan für erschwingliche Energie hat vier Säulen und acht Maßnahmen, u. a. die Senkung der Energiekosten, schnellere Netzanschlüsse und eine bessere Nutzung der Infrastruktur. Der Clean Industrial Deal zeigt den Weg für die energieintensive Industrie, den Ausbau sauberer Technologien und die Sicherheit der Rohstoffversorgung auf. In beiden Dokumenten dominiert das Thema Elektrifizierung und erneuerbarer Strom.
Haltung der Branche
Der Europäische Biogasverband (EBA) begrüßte die Strategie, bewertete aber, dass sie keinen klaren Pfad für Biomethan festlegt. Seiner Ansicht nach konzentriert sich der Plan zu stark auf die Elektrifizierung und bevorzugt weniger wettbewerbsfähige emissionsarme Gase. Der Verband forderte eine Beschleunigung des Biomethanwachstums und die Lenkung eines Teils der Investitionsinstrumente des Deals auf Biogas und Biomethan. Bioenergy Europe, das den breiteren Bioenergiesektor vertritt, forderte dagegen, die Rolle der Bioenergie in der Strategie anzuerkennen.
Warum das wichtig ist
In der chemischen, Papier- und Glasindustrie oder bei der Düngemittelherstellung lassen sich einige Prozesse nur schwer elektrifizieren: Benötigt werden Hochtemperaturträger oder molekulare Rohstoffe, darunter Methan und CO₂. Biomethan und biogenes CO₂ können eine Antwort sein, sofern sie einen Absatzmarkt und klare Regeln haben. Deshalb ist die Förderung von Biomethan im Rahmen der Industriepolitik für die Branche entscheidend.
Bedeutung für die Branche in Polen
Die polnische energieintensive Industrie (Chemie, Glas, Papier, Düngemittel) ist stark von Gas abhängig, und die Preise für Gas und CO₂-Zertifikate beeinflussen ihre Wettbewerbsfähigkeit. 2025 bereitete Polen erst die Ausschreibungen für Biomethan vor, und die erste Anlage mit Netzeinspeisung sollte in der zweiten Jahreshälfte in Betrieb gehen. Die EU-Strategie wies auf eine Förderrichtung hin (vor allem den Rahmen für staatliche Beihilfen), die bei der Gestaltung nationaler Programme genutzt werden konnte, z. B. von Differenzverträgen für Biomethan.
Für Unternehmen der Branche ist auch wichtig, dass der Clean Industrial Deal durch Durchführungsrechtsakte ergänzt werden soll, darunter den Rahmen für staatliche Beihilfen.
Wie es weitergeht
Nach der Veröffentlichung der Strategie verlagern sich die Arbeiten auf die Ebene der Durchführungsrechtsakte und der staatlichen Beihilfen. Die Kommission kündigte u. a. einen neuen Rahmen für staatliche Beihilfen für den Clean Industrial Deal an, der die Schaffung nationaler Förderprogramme erleichtern kann. Die Biogasbranche wird sich um die Anerkennung von Biomethan in diesen Dokumenten und um zweckgebundene Finanzierungsinstrumente bemühen.




