BiogasEreignis

IEA zu Biogas und Biomethan: Potenzial für ca. 20% der weltweiten Gasnachfrage

Der IEA-Sonderbericht „Outlook for biogas and biomethane: Prospects for organic growth“ schätzt, dass die volle Nutzung des nachhaltigen Potenzials ca. ein Fünftel der weltweiten Gasnachfrage decken könnte.

Veröffentlicht Aktualisiert 2 Min. LesezeitRedaktion FeedstockData

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Szarozielone kopuły fermentorów biogazowni widoczne zza żywopłotu przy drodze.
Foto Frank Vincentz / Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0, Quelldatei; Änderungen: Zuschnitt

Die Internationale Energieagentur (IEA) veröffentlichte am 18. März 2020 den Sonderbericht „Outlook for biogas and biomethane: Prospects for organic growth“. Seine Hauptschlussfolgerung: Die weltweite Produktion von Biogas und Biomethan macht lediglich einen Bruchteil des nachhaltigen Potenzials aus, und dessen volle Nutzung könnte etwa ein Fünftel des heutigen weltweiten Gasbedarfs decken.

Was der Bericht sagt

Der Bericht ist Teil der Reihe World Energy Outlook und stützt sich auf eine detaillierte Bewertung der Rohstoffverfügbarkeit und der Produktionskosten in den einzelnen Regionen. Die wichtigsten Feststellungen:

Thema Feststellung der IEA
Produktion 2018 ca. 35 Mtoe Biogas und Biomethan
Nachhaltiges Potenzial könnte ca. 20% der weltweiten Gasnachfrage decken
Rohstoffverfügbarkeit Anstieg um ca. 40% bis 2040
Kosten von Biomethan heute durchschnittlich ca. 19 USD/MBtu zuzüglich der Kosten des Netzanschlusses
Preislich wettbewerbsfähiges Biomethan ca. 30 Mtoe (ca. 40 Mrd. m³), hauptsächlich aus Deponiegas

Das Volumen an Biomethan, das sich günstiger erzeugen lässt, als heimisches Erdgas kostet, ist laut IEA etwa zehnmal größer als der gesamte damalige Biomethanverbrauch. Die Kostenlücke zwischen Biomethan und Erdgas soll mit dem technologischen Fortschritt und steigenden CO₂-Preisen kleiner werden.

Szenarien bis 2040

Im Szenario der nachhaltigen Entwicklung der IEA würde Biogas bis 2040 zusätzlich für 200 Millionen Menschen Brennstoff zum sauberen Kochen liefern, davon die Hälfte in Afrika. Die Nutzung von Biomethan würde es ermöglichen, ca. 1000 Mt Treibhausgasemissionen im Jahr 2040 zu vermeiden — sowohl durch die Substitution von Erdgas als auch durch die Verhinderung von Methanemissionen aus der Zersetzung von Rohstoffen. Die größten Möglichkeiten sah man in der Region Asien-Pazifik, doch auch Nord- und Südamerika, Europa und Afrika haben ein bedeutendes Potenzial.

Bedeutung für Europa und Polen

Für polnische Investoren ist der Bericht eine Bestätigung, dass Biomethan vor allem dort wirtschaftlich sinnvoll ist, wo der Rohstoff günstig ist oder als Abfall behandelt wird: Deponiegas, Biogas aus Kläranlagen, Reststoffe aus der landwirtschaftlichen Produktion. In Polen existierte bei der damaligen Rechtslage die Biomethanproduktion im industriellen Maßstab praktisch nicht, und die Regelungen zur Einspeisung ins Netz mussten erst noch erarbeitet werden.

Wie es weitergeht

Der Bericht erschien zu einem Zeitpunkt, als der Energiesektor mit dem Beginn der Pandemie zu kämpfen hatte. Er zeigte jedoch, dass Biogas und Biomethan zu den wenigen erneuerbaren Energieträgern gehören, die Abfallwirtschaft mit Kraftstofferzeugung verbinden. Weitere Studien, darunter Analysen des Europäischen Biogasverbands und des Konsortiums Gas for Climate, entwickelten diese Thesen im Kontext der EU-Klimapolitik weiter.

Wie man die Zahlen interpretiert

Die IEA-Schätzungen betreffen das nachhaltige Potenzial, also ein solches, das nicht die Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion oder die Zerstörung von Ökosystemen erfordert. Sie gehen von der Nutzung von Abfällen und landwirtschaftlichen Reststoffen aus und nicht von Energiepflanzen im großen Maßstab. Daher ist der Bericht vor allem ein Argument für die Entwicklung von Anlagen auf Basis von Abfällen und Nebenprodukten und nicht für die Ausweitung der Maisanbaufläche für Silage.

Quellen

  1. IEA — Outlook for biogas and biomethane: Prospects for organic growth

Fragen und Antworten

Was bedeutet die Einheit Mtoe?

Mtoe steht für eine Million Tonnen Rohöleinheiten. Nach dem Umrechnungsfaktor der IEA entspricht 1 Mtoe 11,63 TWh, also etwa 1,21 Mrd. m³ Erdgas.

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