BiomethanEreignis
Irland hat die Nationale Biomethanstrategie mit dem Ziel von 5,7 TWh bis 2030 veröffentlicht
Am 28. Mai 2024 hat die irische Regierung die Nationale Biomethanstrategie verabschiedet. Sie sieht bis zu 5,7 TWh Biomethan im Jahr 2030 vor, also ca. 10% des inländischen Gasbedarfs.

Die irische Regierung hat am 28. Mai 2024 die Nationale Biomethanstrategie veröffentlicht, in der sie einen Pfad zu 5,7 TWh heimischem Biomethan im Jahr 2030 festlegte. Das ist etwa ein Zehntel des jährlichen Gasbedarfs des Landes. Das Dokument stellten die Umwelt- und der Landwirtschaftsminister gemeinsam vor, was die Verbindung von Biomethan mit dem Agrarsektor unterstreicht.
Ausgangspunkt und Ziele
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hatte Irland lediglich zwei Anlagen, die Biomethan ins Netz einspeisen und ca. 75 GWh pro Jahr erzeugten, also einen Bruchteil eines Prozents des Gasverbrauchs. Die Strategie beruht auf dem Ziel aus dem Klimaschutzplan (5,7 TWh bis 2030) und auf der Annahme, dass die Schlüsselrohstoffe landwirtschaftliche Reststoffe – Gülle, Gras und andere – sowie Bioabfälle sein werden. Die Schätzungen der Anlagenzahl unterscheiden sich je nach Quelle: von 140–200 bis zu 250 Biogasanlagen.
Instrumente
Die Strategie stützt sich auf drei Säulen:
- Investitionszuschüsse für Biomethananlagen,
- eine Verpflichtung zu erneuerbarer Wärme (Renewable Heat Obligation), die Nachfrage schaffen soll – laut juristischen Kommentaren sollte sie bis Ende 2024 eingeführt werden,
- einen Rahmen für den Netzanschluss und die Zertifizierung, einschließlich Herkunftsnachweisen.
Die Branche (IrBEA) begrüßte das Dokument, wies jedoch darauf hin, dass der Markt mehr Sicherheit bei der nachfrageseitigen Förderung benötigt.
Bedeutung für die Branche in Polen
Irland ist ein guter Vergleichsfall für Polen: Beide Länder haben einen starken Agrarsektor und eine große Zahl von Tierhaltungsbetrieben, und Biomethan startet von einer kleinen Basis. Auch in Polen war 2024 keine an das Netz angeschlossene Biomethananlage in Betrieb, und die Pläne betrafen einige Dutzend bis über hundert Anlagen. Schlussfolgerungen aus dem irischen Beispiel: Investitionsförderung ohne gesicherte Nachfrage kann scheitern; erforderlich sind Mechanismen verpflichtender Abnahme oder langfristige Verträge; die Integration in den Agrarsektor erfordert die Berücksichtigung von Lösungen für den Gärrest.
Wie es weitergeht
Die Strategie wird in Etappen umgesetzt: Entscheidend sind die Einführung der Nachfrageförderung (Verpflichtung zu erneuerbarer Wärme), der Rahmen für Netzanschluss und Zertifizierung sowie die Investitionszuschüsse. Die Erfahrungen anderer Länder zeigen, dass von der Verkündung einer Strategie bis zur tatsächlichen Produktion in der Regel einige Jahre vergehen und der Erfolg vom Zusammentreffen dreier Elemente abhängt: Rohstoff, Nachfrage und Infrastruktur. Die irische Branche kündigte weitere Gespräche über die Sicherheit der nachfrageseitigen Förderung an.
Worauf zu achten ist
Die irische Strategie veranschaulicht ein für junge Märkte typisches Problem: den gleichzeitigen Bedarf am Ausbau der Produktionskapazitäten, der Anschlussinfrastruktur und des Abnehmermarktes. Länder, die diese drei Elemente parallel angehen, erreichen ein schnelleres Tempo als diejenigen, die sich nur auf Investitionszuschüsse stützen. Für Landwirte sind zudem die Regeln zur Verwertung des Gärrests und die Nitratanforderungen wichtig, die darüber entscheiden, ob ein Betrieb Gärrest zurücknehmen kann.





