BiomethanEreignis
REGATRACE-Bericht: Deutschland, Großbritannien und die Niederlande führen die Biomethanproduktion in Europa an
Der Bericht des Projekts REGATRACE, für das die EBA die Koordination im Bereich erneuerbarer Gase übernahm, verglich die Biomethanmärkte in Europa: von 10 TWh in Deutschland bis ca. 1,2 TWh in Frankreich.

Das aus dem Programm Horizon 2020 finanzierte Projekt REGATRACE hat eine Übersicht über den Stand der Nutzung erneuerbarer Gase in Europa veröffentlicht. Die Fachmedien berichteten am 26. Mai 2020 darüber. Der Bericht, dessen Arbeiten vom Europäischen Biogasverband (EBA) koordiniert wurden, zeigte, dass der Biomethanmarkt stark differenziert ist: Neben Deutschland, das etwa 10 TWh pro Jahr produzierte, gab es Länder, die nur einen Bruchteil dieser Menge erzeugten.
Ranking der Produzenten
Die Daten aus dem Bericht beziehen sich überwiegend auf 2018:
| Land | Biomethanproduktion |
|---|---|
| Deutschland | ca. 10.018 GWh (2018) |
| Großbritannien | 3.300 GWh (2018) |
| Niederlande | 2.226 GWh (2018) |
| Dänemark | 1.425 GWh (2017) |
| Schweden | 1.281 GWh (2018) |
| Frankreich | ca. 1.207 GWh |
Der Bericht weist auf unterschiedliche Verhältnisse von Produktion zu Verbrauch hin. Dänemark und Deutschland produzierten mehr Biomethan, als sie auf dem Inlandsmarkt verbrauchten, und die Überschüsse wurden exportiert oder gespeichert. Schweden verbrauchte etwa doppelt so viel, wie es erzeugte, was auf den Bedarf im Verkehr hinweist.
Fördersysteme
Am häufigsten eingesetzt werden garantierte Einspeisetarife (Feed-in-Tarife), gefolgt von Prämien (Feed-in-Premium) und Steuererleichterungen. Seltener genutzt werden Quotensysteme und Investitionszuschüsse. Deutschland und die Niederlande nutzen Marktmechanismen, die auf Verpflichtungen der Kraftstoffanbieter aus der Richtlinie über erneuerbare Energien beruhen. Eine Umfrage unter potenziellen Abnehmern ergab, dass die Verringerung der Treibhausgasemissionen am wichtigsten ist, gefolgt von Produktionskosten, Herkunft des Gases und Versorgungssicherheit.
Bedeutung für Polen
REGATRACE bezog auch Polen in die Länder ein, in denen das Projekt Maßnahmen zur Unterstützung der Marktentwicklung durchführte. Im Jahr 2020 hatte Polen noch keine Regelungen für ins Netz eingespeistes Biomethan, und die Produktion war marginal. Der Bericht war für die polnische Branche ein Bezugspunkt: Er zeigte, dass Fördersysteme, vereinfachte Netzanschlüsse und ein Markt für Zertifikate oder Herkunftsnachweise für die Entwicklung der Produktion unerlässlich sind.
Wie es weitergeht
Das Projekt sollte noch einige Jahre laufen, und in seinem Rahmen wurden Marktanalysen, Werkzeuge für Investoren und Schulungsmaterialien erarbeitet. Für den Leser des Kompendiums sind die Schlussfolgerungen einfach: Dort, wo sich der Biomethanmarkt schnell entwickelte, gingen klare Regelungen, stabile Förderung und Netzzugang damit einher. Das Fehlen eines dieser Elemente bremst Investitionen.
So sind diese Zahlen zu lesen
Die Werte in Gigawattstunden sind nicht vollständig mit der Zahl der Anlagen vergleichbar, da die Größe der einzelnen Anlagen sehr unterschiedlich ist: In Deutschland und den Niederlanden dominieren große Einheiten, in Frankreich und Dänemark – sowohl landwirtschaftliche als auch größere. Der Bericht zeigte außerdem, dass die Position eines Landes nicht nur vom Rohstoffangebot, sondern auch von der Politik bestimmt wird: Länder mit stabiler Förderung und einfachen Anschlussregeln verzeichnen einen schnelleren Kapazitätszuwachs.
Schlussfolgerungen für neue Märkte
Die Beispiele aus dem Bericht zeigen, dass Länder, die mit der Entwicklung von Biomethan beginnen, mehrere Wege zur Auswahl haben. Man kann sich auf garantierte Tarife stützen wie in Großbritannien und Frankreich, auf Verpflichtungen der Kraftstoffanbieter wie in Deutschland und den Niederlanden oder auf steuerliche Anreize wie in Schweden. Jeder Weg hat Folgen für die öffentlichen Kosten und das Tempo des Kapazitätszuwachses, daher sollte eine Analyse der nationalen Rahmenbedingungen den Entscheidungen vorausgehen.





