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Thailand: Biogas aus Industrieabwasser und Mist. AEDP-Ziele und Kapazitäten bis 2016

Thailand entwickelte Biogas hauptsächlich bei der Agrar- und Ernährungsindustrie und auf Tierhaltungsbetrieben. Im Oktober 2016 waren Anlagen mit 412 MW in Betrieb, und der AEDP-Plan von 2015 sah bis 2036 600 MW aus Abwasser und Mist sowie 680 MW aus Energiepflanzen vor.

Veröffentlicht 4 Min. LesezeitRedaktion FeedstockData

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Biogazownia z kopułami zbiorników i wysokimi stalowymi kominami na tle błękitnego nieba.
Foto Stefan Oemisch / Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelldatei; Änderungen: Zuschnitt

Thailand gehört zu den asiatischen Spitzenreitern bei der Biogaserzeugung aus Abfällen der Agrar- und Ernährungsindustrie und von Tierhaltungsbetrieben. Laut Studien der deutsch-thailändischen technischen Zusammenarbeit stieg die installierte Leistung der Biogasanlagen von 275 MW Anfang 2014 auf 412 MW im Oktober 2016. Der Beitrag beschreibt Daten aus den Jahren 2013–2017; er stellt nicht den aktuellen Stand des Marktes dar.

Struktur des Sektors

Laut dem Register des Büros für Energiepolitik und -planung (EPPO) vom Dezember 2013, angeführt im Policy Briefing von 2014, gab es im Land 1568 Biogasanlagen mit einer jährlichen Gesamterzeugung von ca. 1523 Mio. m³ Biogas. Die größten Gasmengen lieferten die „sonstigen“ Anlagen (427 Mio. m³ pro Jahr) sowie Maniokstärkefabriken (59 Anlagen, 386 Mio. m³), gefolgt von Anlagen bei der Ethanolproduktion (21 Anlagen, 263 Mio. m³) und Ölmühlen (88 Anlagen, 211 Mio. m³). Hinzu kamen Anlagen bei Schweinebetrieben (im Register nach Förderphasen aufgeteilt, u. a. 271 in den Jahren 2008–2012) und 575 kleine Betriebe. Die Autoren wiesen darauf hin, dass die Zahlen Doppelzählungen enthalten können und nicht geförderte Anlagen nicht erfasst werden.

Laut diesen Studien wurde die Entwicklung seit den 1990er Jahren durch einen Zusatztarif (sog. Adder, also einen Preisaufschlag auf die Energie), Steuererleichterungen und Investitionszuschüsse gefördert, die sich hauptsächlich auf Abfälle aus Schweinebetrieben sowie aus der Stärke-, Palmöl- und Zuckerindustrie richteten. Aus dem Bulletin von 2017 geht hervor, dass die Gesamtleistung im Oktober 2016 412 MW betrug, davon wurden mindestens 293 MW auf Grundlage von PPA-Verträgen ins Netz verkauft. Das Verzeichnis der DEDE vom November 2016 umfasste 156 an das Netz angeschlossene Biogasanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 344,31 MW, von denen die meisten Anlagen in der Zentralregion standen (59) und die größte Leistung die Südregion hatte (51 Anlagen, 152,22 MW).

Ziele des AEDP-Plans

Der Plan zur Entwicklung alternativer Energien (AEDP) für die Jahre 2015–2036, im September 2015 vom Nationalen Energiepolitikrat genehmigt, sah für Biogas 600 MW elektrische Leistung aus Abwasser und Mist sowie zusätzliche 680 MW aus Energiepflanzen bis 2036 vor. Der Plan sah außerdem 1283 ktoe Biogas für Wärmezwecke sowie 4800 t täglich komprimiertes Biogas (CBG) für den Verkehr vor. Zuvor, im Jahr 2013, hatte Thailand das Ziel für Biogas von 600 MW auf 3600 MW bis 2021 angehoben, wovon 3000 MW aus Energiepflanzen stammen sollten; im AEDP 2015 wurde das Ziel für Energiepflanzen auf 680 MW gesenkt.

Energiepflanzen

Im Rahmen eines früheren Programms wurden 12 Pilotprojekte mit Napiergras (Napier grass) mit einer Leistung von jeweils bis zu 1 MW ausgewählt; das Budget betrug 260 Mio. THB. Das Programm wurde im Juli 2014 nach der Machtübernahme durch die Militärjunta NCPO ausgesetzt, im Rahmen der Entscheidung, 21 aus dem ENCON-Fonds finanzierte Programme wegen „Unregelmäßigkeiten bei der Mittelzuweisung“ zu beenden. Laut der Bewertung der DEDE von 2014 betrug das verbleibende Biogaspotenzial ca. 18.700 Mio. m³ pro Jahr, wovon 15.772 Mio. m³ auf Energiepflanzen entfielen und nur 2927 Mio. m³ auf ungenutzte landwirtschaftliche und Tierhaltungsabfälle. Das bedeutet, dass das Abfallpotenzial bereits weitgehend erschlossen war.

Warum sich Biogas bei der Industrie entwickelte

Biogasanlagen bei Verarbeitungsbetrieben haben eine stabile Rohstoffversorgung — der Abfall entsteht dort, wo Energiebedarf besteht — und geringe Logistikkosten. Das Bulletin von 2017 schätzte, dass das Biogaspotenzial aus landwirtschaftlichen und industriellen Abfällen (vor allem Zuckerfabriken, Stärke, Palmöl, Schweine- und Geflügelmist) bereits weitgehend ausgeschöpft sei, weshalb neue Förderprogramme auf Energiepflanzen und alternative Rohstoffe, Siedlungsabfälle sowie komprimiertes Biogas im Verkehr ausgerichtet wurden.

Beispiel: Maniokstärkefabrik

Laut der Fallstudie von Jenbacher wird das Biogaskraftwerk Wangdee in der Provinz Kamphaeng Phet mit Abwasser und festen Abfällen aus der Stärkeproduktion aus Maniok gespeist. Der erste Block mit einem Jenbacher-Motor wurde 2015 in Betrieb genommen. Die Seite des Herstellers enthält widersprüchliche Angaben zur Zahl der Motoren und zur Leistung, weshalb wir diese Werte nicht nennen.

Was wir nicht wissen

Wir stützen uns auf Daten aus den Jahren 2013–2017 und auf den AEDP-Plan von 2015. Wir verfügen weder über aktuelle Statistiken zu Leistung oder Tarifen noch haben wir spätere Fassungen des AEDP-Plans geprüft. Konkrete Tarifsätze nennen wir nicht, da wir sie in den Rechtstexten nicht verifiziert haben.

Schlussfolgerungen für Planer

Bei der Abschätzung des Biogaspotenzials in Entwicklungsländern empfiehlt es sich, mit Abfällen und Abwässern der Lebensmittelindustrie zu beginnen: Sie sind konzentriert, fallen bei investitionsfähigen Akteuren an und sind oft mit Behandlungskosten belastet. Energiepflanzen erfordern sofort eine komplette Lieferkette und konkurrieren um Land. Die Erfahrung Thailands — die Senkung des Ziels für Energiepflanzen von 3000 auf 680 MW — veranschaulicht dies gut.

Was das für Polen und Europa bedeutet

Die thailändischen Erfahrungen zeigen, dass sich Biogasanlagen zur Abfallverwertung bei der Agrar- und Ernährungsindustrie schneller entwickelten als Projekte auf Basis von Energiepflanzen. Für Polen ist das ein Argument für den Vorrang von Abfällen und Industrieabwässern in der Biogaspolitik, im Einklang mit dem allgemeinen europäischen Trend.

Quellen

  1. Thai-German Cooperation — Policy Briefing Thailand: Biogas (wersja z 15.12.2014)
  2. Thai-German Cooperation — Thailand: Bioenergy Policy Update 01/2017
  3. Jenbacher (INNIO) — Wangdee biogas power plant, Thailand