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Biogas in städtischen Ballungsräumen: Beispiele aus Berlin und Oslo und Schlussfolgerungen für Polen

Berlin verarbeitet Bioabfälle in Ruhleben zu Biomethan für Müllfahrzeuge, und Oslo betreibt seine Busse seit 2012 mit Biogas aus Lebensmittelabfällen. Was ergibt sich aus diesen Beispielen für polnische Städte?

Veröffentlicht Aktualisiert 4 Min. LesezeitRedaktion FeedstockData

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Z góry: kompleks biogazowni z licznymi zbiornikami i pryzmami na polach.
Foto Martina Nolte / Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0 de, Quelldatei; Änderungen: Zuschnitt

Städtische Biogasanlagen sind keine theoretische Idee: Berlin verarbeitet Bioabfälle aus Haushalten in Ruhleben zu Biomethan für Müllfahrzeuge, und Oslo betreibt seine Busse seit 2012 mit Biogas aus Lebensmittelabfällen. Beide Beispiele zeigen, dass die Voraussetzung für den Erfolg eine getrennte Bioabfallsammlung in guter Qualität und ein klarer Abnehmer für das Gas ist.

Berlin: Ruhleben

Die Anlage der Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) in Ruhleben ist auf ca. 60.000 t Bioabfälle pro Jahr ausgelegt und arbeitet mit der Technologie der Trockenfermentation. Laut Umweltbundesamt werden ca. 70.000 t Bioabfälle aus Berliner Haushalten zu Biomethan aufbereitet und in das lokale Gasnetz eingespeist, und die BSR-Unterlagen beschreiben, dass das Biomethan als Fahrzeugkraftstoff genutzt wird. Der Methangehalt nach der Aufbereitung beträgt ca. 98%. Das UBA gibt an, dass mehr als die Hälfte der ca. 360 Fahrzeuge zur Abfallsammlung das Biomethan nutzt, und die BSR schätzte die Einsparungen auf ca. 2,5 Mio. Liter Dieselkraftstoff und ca. 9.000 t CO₂ pro Jahr (ältere Mitteilungen nannten ca. 12.000 t). Die Abweichungen ergeben sich aus unterschiedlichen Jahren und Berechnungsmethoden. Bemerkenswert ist, dass die Anlage selbst Teil einer ganzen Kette ist: Haushalte mit braunen Tonnen, eine mit lokalem Gas betriebene Müllfahrzeugflotte und die Bilanzierung des Biomethans im Netz.

Oslo: Romerike

Romerike Biogassanlegg in Nes bei Oslo ist seit 2012 in Betrieb und wird im Auftrag der Energieverwertungsagentur (EGE) und der Stadt Oslo betrieben. Nach den verfügbaren Beschreibungen ist die Anlage auf ca. 50.000 t Lebensmittelabfälle pro Jahr ausgelegt (Cambi nennt auf seiner Website 15.000 t Trockensubstanz; die Zahlen unterscheiden sich in der Bezugsgröße), und das erzeugte Biomethan treibt Stadtbusse an, nach einer der Beschreibungen ca. 135 Busse, bei einer Verringerung der fossilen CO₂-Emissionen um ca. 10.000 t pro Jahr. Die Anlage wurde von der Firma Cambi gebaut und wird im Namen der Stadt Oslo und der Agentur EGE betrieben.

Worauf es in der Stadt ankommt

  1. Qualität der Sammlung: Je sauberer der Bioabfall, desto einfacher das Entpacken und desto weniger Stillstände. Zu den braunen Tonnen und den Pflichten der Gemeinden in Polen siehe den Beitrag Getrennte Sammlung von Bioabfällen in den Gemeinden.
  2. Wahl der Technologie: Kompostierung ist günstiger, die Vergärung liefert Energie; rechtlicher und geruchsbezogener Vergleich: Kompostierung oder Vergärung von Bioabfällen.
  3. Gasabnahme: Gasnetz, Fahrzeugflotte oder Kraft-Wärme-Kopplung mit Wärme für das Netz. Wahl des Verwertungswegs: CHP oder Biomethan.
  4. Gärrest: Ort der Verwertung und Erfüllung der Qualitätsanforderungen (Gärrest: Düngemittel oder Abfall).
  5. Gerüche und gesellschaftliche Akzeptanz: Einhausung der Annahmehallen, Unterdrucklüftung, Biofilter und schnelle Verarbeitung der Anlieferungen begrenzen die Belästigung. Eine seriöse Kommunikation mit den Anwohnern hat technologische Bedeutung, denn Beschwerden können Änderungen im Betrieb erzwingen.

Perspektive für Polen

Die EU-Richtlinie 2018/851 verlangt bis Ende 2023 die getrennte Sammlung von Bioabfällen oder das Recycling an der Quelle, und die polnischen Gemeinden müssen die getrennte Erfassung von Bioabfällen bei den Einwohnern sicherstellen. Große Städte erzeugen genügend Bioabfälle, um eine oder mehrere Anlagen zu versorgen, doch es ist eine regionale Planung erforderlich: Standort, Genehmigungen, Finanzierung und Gasabnahme. Die Grundsätze der Planung kommunaler Anlagen beschreibt der Beitrag RIPOK und WPGO. Die Umsetzung hängt von der Zusammenarbeit von Kommunen, Betreibern und Technologieanbietern sowie von stabilen Finanzierungsquellen ab.

Die Schlussfolgerungen aus Berlin und Oslo sind einheitlich: Eine städtische Anlage ist kein isoliertes Objekt, sondern ein Element eines Systems, in dem Sammlung, Verarbeitung und Gasnutzung einander ergänzen müssen.

Gerüche: Was tatsächlich hilft

Die Sorge vor Geruchsbelästigung ist das häufigste Argument gegen Anlagen in der Nähe von Wohnbebauung. Das Risiko verringern: die Annahme der Anlieferungen in einer geschlossenen Halle mit Unterdruck, die schnelle Verarbeitung frischer Bioabfälle, die Reinigung der Prozessluft in Biofiltern oder Wäschern sowie geschlossene Gärrestlager. Das ist jedoch keine Garantie für Problemfreiheit: Über die Wirksamkeit entscheiden die Qualität der Planung und die betriebliche Disziplin sowie eine transparente Kommunikation mit den Anwohnern, einschließlich schneller Reaktion auf Meldungen.

Bei der Planung lohnt es sich zudem, die Kosten des Bioabfalltransports mit den Kosten der Gasübertragung zu vergleichen, denn sie sind es oft, die über den Standort entscheiden.

Quellen

  1. BSR — Aus Bioabfall wird Biogas (materiał informacyjny)
  2. Berliner Stadtreinigung: Fahrgestelle mit Erdgasmotor — Umweltbundesamt
  3. Oslo — Romerike Biogassanlegg — Cambi

Fragen und Antworten

Kann eine Biogasanlage in der Stadt betrieben werden?

Ja, sie erfordert aber getrennte Bioabfallsammlung, geschlossene Annahmehallen, Geruchskontrolle und die Verwertung von Gas und Gärrest. Beispiele aus Berlin und Oslo zeigen, dass dies bei entsprechender Organisation möglich ist.

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